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Azoren 25.05.2018 Tag 10

Dieser Beitrag wurde von Cornelia Amann am veröffentlicht.

Wir flitzen gerade mit 25 Knoten halbem Wind und gerefftem Gross und Genua Richtung Horta. Wir haben den Auslaeufer von einem Tief erwischt und kommen zuegig voran.

Gestern war eigentlich Flaute angesagt, Neptun hat uns aber nicht im Stich gelassen und uns 18 Knoten Wind geschickt, leider zu achterlich. Wir waren einfach zu langsam. Wir haben den Kurs nur um 10 Grad angepasst und schon hatten wir funsegeln pur, und das durch die ganze Nacht!

Nach einem schwierigen Start mit unserem neuen Wetterprogramm Seaman Pro der Wetterwelt muss ich das Programm jetzt auch mal loben. Ich kann die Daten zu jeder Tageszeit ueber SSB Funk holen und ins Programm einlesen. Es macht richtig Spass mit dem Programm zu arbeiten und die fuer uns richtige Route auszutuefteln. Gerade auf dieser Route, wo ein Tief nach dem anderen durchzieht ist es wichtig Stuermen aus dem Wege gehen zu koennen, und das hat bisher prima geklappt.

Die Stimmung ist super an Bord und wir freuen uns nur noch 665 sm von Horta entfernt zu sein

Azoren 23.05.2018 Tag 8

Dieser Beitrag wurde von Cornelia Amann am veröffentlicht.

Es regnet, hat über 20 Knoten Wind und drei Meter Welle von der Seite, ich hab mich in den Salon verkrochen, hier ist es gemuetlicher, ich hab ja keine Wache!
Eigentlich haben wir heute damit gerechnet dass wir Flaute haben und motoren muessen, aber der Wetterbericht aendert sich taeglich. Das Tief kommt doch naeher als geplant. Wir bleiben im Sueden, hier sind die Wetterbedingungen besser. Viele unserer Mitsegler sind schon nach Norden gesegelt und segeln jetzt wieder nach Sueden. Wir halten uns fest an die Gribdaten der Wetterwelt und segeln erst nach Norden wenn der Wind weniger wird.

Der Wachplan zu viert ist im uebrigen doch viel entspannter als nur zu dritt. Wir haben tagsueber je vier Stunden Wache und Nachts nur zwei Stunden. Nachts schlaeft immer ein zusaetzlicher Mann (oder Frau) an Deck, falls der Wachhabende Hilfe braucht. So bekommt jeder genuegend Schlaf.

Ansonsten geht es uns allen gut, wir haben eine sehr harmonische Crew, wie beim letzten Mal auch.
Heute abend gibt es nur eine schnelle Kueche bei der Welle, Heikos Muesli hat es heute schon von einer Seite der Kueche auf die andere katapultiert und sich auch dementsprechend entleert.

Uebrigens haben wir heute Bergfest!!!
Das heisst nur noch 900 sm bis Horta

…..und wir sind seit Kroatien 10.000 m gesegelt. Das muss gefeiert werden!

Azoren 21.05.2018 Tag 6

Dieser Beitrag wurde von Cornelia Amann am veröffentlicht.

Seit gestern frueh um halb neun segeln wir wieder. Es is jetzt 20 Uhr und wir laufen unter Passatbesegelung mit 6 bis 7 Knoten Richtung Azoren, es sind noch 1137 sm bis Horta.
Die naechsten zwei Tage werden wir noch ordentlich Wind zwischen 20 und 25 Knoten haben, wir muessen einem kleinen Tief mit 37 Knoten ausweichen.
Wir muessen auf dieser Etappe immer das aktuelle Wetter im Auge behalten, da ein Tief nach dem anderen von USA Richtung Azoren zieht und die Situation sich taeglich aendert.

Inzwischen wird es auch schon ein bischen kaelter, die Wassertemperatur ist von 26 Grad auf 21 Grad zuruekgegangen.

Sonst gibt es nicht viel Neues, Heiko hat immer noch keinen Fisch gefangen, aber wir haben einen riesigen Schwarm Delphine gesehen, die Stimmung ist gut an Bord.

Azoren 19.05.2018 Tag 4

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Zwei Tage und zwei Naechte konnten wir unter Genaker segeln, das hat uns riesigen Spass gemacht. Die Crew hatte Zeit sich auf unserer Lady einzuleben Seit gestern mittag um drei laueft der Motor, der Wind ist fast weg!

Wir motoren noch mehr Richtung Norden um in die Westwindzone zu kommen und hoffen, dass wir die Segel heute mittag wieder setzen koennen.

Heute Nacht haben wir einen grossen Schrecken bekommen. Im Vorschiff schlug immer wieder etwas kraeftig gegen den Rumpf.! Was ist das? Wir mussten feststellen, dass sich der Anker selbststaendig gemacht hat und durch die Welle und trotz Sicherung immer wieder gegen die Bordwand geknallt ist. Wie konnte das passieren?

Heute frueh haben sich die Maenner dann des Problems angenommen und festgestellt, dass in die neue Fernbedienung der Ankerwinsch Wasser reingelaufen ist und einen Kurzschluss verursacht hat, mit der Folge, dass die Ankerwinsch den Anker ins Wasser lassen wollte, da er aber gesichert war fiel er nur aus der Ankerfuehrung und hat deshalb gegen den Rumpf geschlagen. Mitten im Atlantik ankern macht ja auch nicht wirklich Sinn!?
Wir werden wohl kuenftig die Sicherung fuer die elektrische Ankerwinsch unterwegs ausschalten. Unglaublich was alles passieren kann.

Sonst geht es uns prima! Joachim hat sich einen Sonnenbrand geholt, der leidet ein bischen. ….und Heiko hat immer noch keinen Fisch gefangen!

Azoren 17.05.2018 Tag 2

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Bei 10 Knoten Wind und ruhiger See segelten wir gestern unter Genaker mit 5 bis 6 Knoten durch die erste Nacht. Es laeuft also ganz gut.

Am Montag abend haben wir unsere reparierte Fock und unser umgenaehtes Grossegel bekommen. Das Gross ist noch nie so gut in den Rollmast gelaufen. ….und das allerbeste, unser Freund Joachim hat unseren Wassermacher repariert.

Wir sehen einen strahlenden Kapitaen!!!

Gestern Frueh um elf ging es los zu unserer zweiten Etappe auf die Azoren. War ein total spannender Start. Die Startlinie war in der Lagune und wir segelten durch den engen Kanal der Bucht. Wir segeln jetzt erst mal Richtung Norden um in die Westwindphase zu kommen, erst dann biegen wir ab Richtung Osten.

….wir warten schon auf die Kommentare „wollte ihr etwa nach Groenland segeln?“

Tortola bis Bermuda 11.05.2018 Tag 7

Dieser Beitrag wurde von Cornelia Amann am veröffentlicht.

Geschafft!!!!
am Freitag frueh um fuenf sind wir in Bermuda angekommen und ankerten erst mal in der Bucht. Die Einfahrt war nochmal spektakulaer, da wir bei Nacht die Riffeinfahrt nach St. George suchen mussten. Die Einfahrt ist zwar gut betonnt, aber die eine oder andere Tonne ist gar nicht befeuert, was bei Nacht nicht so lustig ist. Wir haben auch eine unbefeuerte Tonne fast gerammt. Puhh das war knapp.

Nach der sehr angenehmen Einklarierungsprozedur konnten wir uns dann in die Marina verholen und wurden auch gleich freudig von den anderen ARC Schiffen und von Manuel und Marc von der ARC begruesst. Als Empfang gab es gleich mal einen Dark`n stormy fuer uns, das ist das typische Getraenk in Bermuda ein Cocktail aus Gosling`s Rum und Gingerbeer, und das ganze morgens um neun!! oioioi.

Wir sind hier in Bermuda in einer anderen Welt, hier ist alles sauber und aufgeraeumt. Wir freuen uns mal wieder eine intakte Infrastruktur vorzufinden. Man sieht es an den Haeusern, dass die Menschen hier in der Regel wohlhabend sind (Das durchschnittliche pro Kopfeinkommen soll bei 90.000 Dollar liegen). Man findet hier richtig tolle Villen mit grossen schoenen Gaerten, und es gibt endlich auch mal wieder Blumen. Wir geniessen es mal wieder ein kleines Staedtchen in der Naehe zu haben in dem man ein wenig flanieren kann und mal einen Kaffee trinken kann (der ist aber nicht billig!)

Bermuda wurde im Jahr 1503 entdeckt, aber erst durch den Schiffbruch von Sir George Somers bekannt. Seine gestrandete Crew waren die ersten Menschen, welche Bermuda besiedelten. Bermuda ist die aelteste Kolonie Englands.

Jetzt muss erst mal die Todo- Liste der Lady abgearbeitet werden. Der Segelmacher kommt auch promt am gleichen Tag und holt die zerrissene Fock ab. Gestern hat er sich noch das Grossegel angeschaut und auch mitgenommen, er wird den Schnitt des Segels ein wenig aendern, damit wir es besser einrollen koennen. Hoffen wir mal, dass er am Montag oder spaetestens am Dienstag damit fertig wird. Ansonsten chillen hier ein wenig und treffen uns abends mit den anderen Seglern beim Rahmenprogramm,welches die ARC immer wieder organisiert. Wir geniessen die wenigen ruhigen Tage vor der naechsten, und vermutlich auch schwierigeren, Ueberfahrt auf die Azoren.

Tortola bis Bermuda 10.5.2018 Tag 6

Dieser Beitrag wurde von Cornelia Amann am veröffentlicht.

Es ist jetzt 12 Uhr Mittag, wir haben noch 86 sm nach Bermuda. Voraussichtlich werden wir um ca 5 Uhr morgen frueh ankommen. Der Wind hat inzwischen auf Sueden gedreht und er weht nur noch mit 10 bis 12 Knoten, wir haben den Motor gestartet. Gegen Mittag haetten wir nochmals Segelwind gehabt und wollten das Grosssegel setzen, aber es klemmt mal wieder, und wie schon vor ein paar Tagen erzaehlt, hat die Fock einen Riss, also bleibt nur noch die Genua und seine Schwester die eiserne Genua. Wir haben ja noch genug Sprit, dann motoren wir halt. Wir werden wohl einiges an unserer Lady reparieren muessen, bis es weiter auf die Azoren geht. Die To Do Liste wird immer laenger…..aber wir bekommen ja eine neue Crew, unser langjaehriger Bordingenieur Joachim mit seinem Sohn. Dann wieder es denen schon nicht langweilig.

Die Flagge von Bermuda ist schon gesetzt, wir freuen uns auf den Landfall.

Gerade hat uns ein ganzes Rudel Delphine besucht und hat mit unserer „Lady“ gespielt. Ist einfach immer wieder schoen, diese Tiere beobachten zu koennen.

Tortola bis Bermuda 09.05.2017 Tag 5

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Vor unserer Abfahrt gab es so Kommentare von unserer Familie und Freunden: wie „immer dran denken, der Weg ist das Ziel und der gerade Weg ist das schnellste Ziel“ oder wir sollen auf Alkohol verzichten damit wir nicht wieder die selben Schlangenlinien fahren wie bei der ersten Atlantikueberquerung. Dann guckt euch jetzt mal die Linie an, wir sind geradewegs von Tortola nach Bermuda gesegelt!

Ansonsten gibt es nichts besonderes, die Stimmung an Bord hat sich um hundert Prozent verbessert. Bis heute frueh hatten wir noch super Wind, aber so langsam laesst er nach, wir kommen nur noch mit 5 Knoten voran. Da wir keine puristitschen Segler sind wird die eiserne Genua uns gegebenenfalls den noetigen Vorschub besorgen. Wir hoffen trotzdem in der Nacht zum Freitag Bermuda zu erreichen.

Tortola – Bermuda 8.5.2018 Tag 4

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„Es gibt Tage an denen verlierst Du“ und es gibt Tage an denen gewinnen dir Anderen, dieser Spruch hat Gestern bei uns voll und ganz zugetroffen. In der Nacht zum Montag wollten wir wegen eines Squalls die Fock reffen, da machte es „ratsch“ und die Fock hatte einen riesigen Riss. Aber das war ja erst der Anfang! Bei der morgendlichen Funkrunde entleerete sich wegen einer extrem hohen Welle der gesamte Inhalt eines Bechers Orangensaft in unserem Rechner! Ipad und Handys flogen durch den Salon. Die Stimmung danach war hervorragend! Aber kein Problem wir haben ja einen Ersatzrechner. Nach zwei bis drei abgerufenen Mails kam dann der Hinweis, dass der PC keine Bluetoothverbindung zu unserem Paktormodem mehr hat. Da wir alle totale PC-freaks sind, standen wir vor einem riesen Problem, ab sofort keine Wetterdaten mehr. Hinzu kam, dass Paul auch noch mit seiner Seekrankheit zu kaempfen hatte. Paul`s Kommentar war ja klar „Ich pack das Schiff auf Bermuda auf einen Container oder noch besser ich verkauf es gleich!

Gegen Abend hab ich dann versucht die Stimmung mit dem ersten warmen Essen, es gab Gulaschsuppe, ein wenig zu bessern. Ich glaub das hat geholfen. Klaus Dieter konnte die Bluetoothverbindung vom Ersatzrechner wieder herstellen, und Paul´s Seekrankheit legte sich so langsam und den Segelmacher auf den Bermudas haben wir auch schon kontaktiert, er verspricht das Segel bis zur Abfahrt auf die Azoren zu reparieren.

…. heute Nacht um drei Uhr hatten wir Bergfest, nur noch 425 sm nach Bermuda. Ein kleiner (laut Klaus Dieter ein grosser!)Wehmutstropfen ist, dass wir keinen Wein und keinen Sekt an Bord haben um das Bergfest zu feiern, das holen wir halt nach.

…und zu unserer Freude ist heute frueh der Rechner, der mit Orangensaft geflutet wurde, auch wieder gelaufen! Suuuper! Also fuer alle die das nachmachen wollen PC´s und Orangensaft vertragen sich scheinbar gut.
Jetzt gerade segeln wir flott mit ueber 7 kn Richtung Bermudas, die Welt sieht schon wieder besser aus. Wenn wir weiterhin so vorankommen werden wir in der Nacht zum Freitag ankommen.

Tortola – Bermuda 7.5.2018 Tag 3

Dieser Beitrag wurde von Cornelia Amann am veröffentlicht.

Sorry, dass ich so spaet schreibe, aber bisher war es bei dem Wellengang nicht moeglich die richtigen Buchstaben der Tastatur zu treffen. Wir haben im Salon Netze fuer Obst und Gemuese befestigt, die Aepfel und Tomaten fallen wie Tennisbaelle aus den Netzen auf den Boden. Sogar ein Krautkopf wurde aus dem Netz direkt auf die Arbeitsplatte in der Kueche katapultiert. Als naechstes gibts wohl Krautsalat.
Am Samstag war puenktlich um 11 Uhr der Startschuss fuer den ersten Step unserer zweiten Atlantikueberquerung. Unter der Abdeckung der Inseln hat es richtig Spass gemacht zu segeln. Als wir allerdings aus dem Schutz der Inseln hinausgesegelt waren,frischte der Wind relativ schnell auf 20 bis 25 Knoten auf und die Welle wurde auch unangenehm hoeher. Essen faellt aus, es ist unmoeglich bei dieser Welle zu kochen, da muss sich halt jeder mit einem Hebebrot zufrieden geben. Wir merken den Unterschied zum Downwindsegeln in die Karibik deutlich, mit halbem Wind zu selgeln ist viel angstrengender. Die Nacht war dann richtig unheimlich, der Wind nahm auf bis zu 29 Knoten zu und die Wellen, die inzwischen ca drei Meter hoch waren kamen angepeitscht und ergossen sich ueber unsere Lady, die dann natuerlich wie wild in den Wellen huepfte. Wir mussten sogar die Tuere zum Niedergang schliessen. Wir wurden alle halbe Stunde von einer unfreiwilligen Dusche ueberrascht, alles war kalt und feucht. Total anstrengend, so hatten wir uns das nicht vorgestellt! Viel Schlaf haben wir die letzten zwei Tage nicht abbekommen. Neptun muss sich die naechsten Tage noch etwas zuegeln, wenn der nochmal was zum trinken will.

Inzwischen ist es ein wenig ruhiger geworden, wir sind aber immer noch zuegig unterwegs.
Das ist uebrigens das positive bisher, wir rauschen zuegig gen Bermuda und haben schon ueber 300 sm hinter uns. Bis Bermuda sind es jetzt noch ca. 530 sm.