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Eigentlich wollten wir nach Alicante

Dieser Beitrag wurde von Cornelia Amann am veröffentlicht.

> Am Donnerstag früh sind wir ganz gemütlich nach dem Frühstück so um elf ausgelaufen. Unser Plan war kurz vor dem Kap zu ankern bis der Wind sich dreht und dann über die Nacht nach Cartagena zu fahren, segeln kann man das ja inzwischen nicht mehr nennen. In der Nähe vom Cap haben wir dann beschlossen einfach weiter zu segeln und falls wir nachts in Cartagena ankommen würden, segeln wir einfach weiter nach Alicante. Mit vier Knoten dümpelten wir ums Cap. Das Capo de Gato ist landschaftlich sehr reizvoll. Wir haben dann nochmals den Hafen von San José angefunkt, ob wir vielleicht doch noch einen Liegeplatz haben könnten, haben aber keine Antwort bekommen. Also Motoren wir halt hinein in die Nacht. Die Nacht war nicht langweilig, ständig fuhren Frachter und Fischer um uns herum. Nachts um drei waren wir dann schon kurz vor Cartagena, also nix wie weiter. Im Laufe des Morgens kam dann doch tatsächlich der Wind und 10 sm vor Alicante konnten wir dann auch die Segel setzen. Mit 26 Knoten Wind segelten wir dann Richtung Alicante. Klar immer das Selbe, pünktlich zum Anlegemanöver kommt der Wind.
> Doch es kam ganz anders. Kurz vor der Einfahrt hörte Paul eine Frau mehrere Marinas anfunken. Wir haben uns keine Gedanken darüber gemacht, dass wir in dieser großen Marina Alicante keinen Platz bekommen könnten. Ich hab dann beide Marinas in Alicante angefunkt mit der Antwort „we are full“. Und jetzt? Ich hab dann Gott sei Dank noch eine Marina 8 sm vor Alicante gefunden, die Marina Santa Pola. Puhhh, Glück gehabt. Aber bei 25 Knoten Wind gegenan Motoren macht nicht wirklich Spaß, sowieso nicht wenn man total übermüdet ist. Freundlicher Weise ist der Wind an der Hafeneinfahrt eingeschlafen, wenigstens einmal zur rechten Zeit. Um 15:30 Uhr hieß es nach 190 sm „Motor aus“.
> Na ja, das ist das Mittelmeer, entweder gar kein Wind, oder zuviel Wind oder Wind aus der falschen Richtung. Unser Freund Klaus Dieter hat dieses Jahr für seine Überfahrt von Korsika nach Kroatien bisher über 1500 Euro Sprit verbraten. Hätten wir nur in Gibraltar beide Tanks voll gemacht.
> Das waren jetzt aber noch nicht alle Hiobsbotschaften. Unser Stegnachbar war doch tatsächlich ein alter Bekannter aus Lagos. Er ist mit seiner Hallberg auf dem Weg nach Mallorca und ist so frustriert, dass kurz davor ist wieder nach Lagos zurück zu segeln. Die Marinas bis Dénia sind total überfüllt und auch total überteuert. Von den Marinas in Ibiza und Mallorca ganz zu schweigen. Die Liegeplätze in Ibiza sollen zwischen 200 und 400 Euro pro Nacht kosten. Zur Erinnerung, in Andalusien haben wir immer 37,50 Euro bezahlt. Es gibt Bojenfelder auf den Balearen, die sind aber ausgebucht. Wir haben dann aus Verzweiflung nach einem Jahresliegeplatz in Santa Pola gefragt, weil wir mit dem Gedanken spielten die Reise hier abzubrechen, aber der Preis mit 11.000,00 Euro hat uns die Entscheidung abgenommen. Auch von der Lage und der Ausstattung kann man diese Marina niemals mit einer Marina in Kroatien oder der Türkei vergleichen. Wir sind total gefrustet.
> Wir haben schon überlegt direkt nach Sizilien zu segeln, aber wir haben einfach keine Lust mehr auf so lange Strecken, sowieso bei der unstabilen Wetterlage. > Keine Ahnung wie es weitergeht.

Almerimar und Aquadulce

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Nachdem wir am Sonntag früh Rainer und Manu verabschiedet haben, legten wir kurzentschlossen auch gleich ab. Wir wurden mit leichtem achterlichem Wind und einer rollenden Welle empfangen. Also war uns gleich klar ohne Hilfe des Motors kommen wir viel zu spät in Almerimar an. Wir hatten immerhin 66 sm vor uns. Bis nach Alicante müssen wir einfach entweder mit den Winden aus Gibraltar, die uns voranschieben, oder mit den Ausläufern des Mistrals aus Südfrankreich, die allerdings gegen uns sind, rechnen. Im Moment sind sie leider eher gegen uns. Wenn wir dann mal Richtung Osten segeln wird die Windrichtung hoffentlich besser, weil egal ob er dann von Norden oder Süden kommt, es würde immer passen, aber bei unserem Glück haben wir dann bestimmt Ostwind.
In Almerimar haben wir erst mal unser Schiff geschrubbt und Wäsche gewaschen. Hier gibt es auch einen Supermarkt der keine Wünsche offen lässt, weshalb wir unsere Vorräte wieder aufgefüllt haben und somit unser Überleben die nächsten Tage wieder gesichert haben.
Eigentlich wollten wir in Almerimar mal richtig Tapas essen gehen, aber die leckere Tapasbar aus 2016 hat geschlossen, sie ist wohl eines der vielen Coronaopfer. Wir haben uns für eine Andere entschieden, aber das war ein Reinfall.
Wir treffen immer wieder Schiffe, die uns seit der Portugal begleiten. Da ist z. B. die „Pura Vita“, ein französisches Ehepaar, wir haben uns in Ayamonte getroffen, sind zusammen durch die Straße von Gibraltar gesegelt und haben uns von ihnen in Almerimar verabschiedet.
Was uns auffällt ist, dass trotz Europa, die Spanier und auch die Franzosen kaum Englischkentnisse haben. Wir kommen mit unserem popeligen Schulenglisch ganz gut durch, und es gibt ja noch den Google Übersetzer, mit dieser App sind sogar kleine Unterhaltungen in französisch oder spanisch möglich, schon verrückt was mit dem Handy alles geht, ich glaube zum Telefonieren nutzt es kaum mehr jemand.
Gestern war bei uns wieder Tourplanung angesagt. Eigentlich will Paul lieber keine Nachtfahrt machen, aber ohne Nachtfahrt kommen wir nur mit Gegenwind nach Cartagena. Also sind wir heute früh bei Flaute wenigstens mal 18 sm weiter in die Bucht von Almeria gesegelt oder besser gesagt motort. Morgen früh wollen wir am Cabo de Gato ankern und warten bis der Wind sich dreht und dann in der Nacht nach Cartagena segeln.
Wir liegen gerade bei über 30 Grad in Aquadulce und chillen 😎. Uns gefällt es hier sehr gut. Man liegt direkt vor einer Felswand, die Cervezeria ist auch in Sichtweite und zum Strand ist es nur über die Straße. Viel, viel schöner als Almerimar und zu unserer Überraschung 12 Euro billiger. Wir haben nur 41 Euro pro Nacht bezahlt.

Marbella und Málaga

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Nach einem Tag Pause ging es am Donnerstag früh um 9 Uhr dann auch gleich wieder weiter, rein ins Mittelmeer. Allerdings nicht ohne unsere Dieselvorräte in Gibraltar aufzufüllen. Es hat sich gelohnt, bei 150 Liter Diesel haben wir 50 Euro gespart, in Gibraltar gibt es zollfreien Sprit. Das Mittelmeer hat uns allerdings mit dichtem Nebel begrüßt. Ist ganz schön aufregend um die riesigen Dampfer hier vor Gibraltar herum zu Kurven, wenn man sie nicht sieht. Im Zweifel sind die immer stärker als wir. Von dem günstigen Diesel haben wir aber leider gleich einiges wieder verbraten. Der Nebel dauerte bis zum Mittag, die Flaute den ganzen Tag. Nach 36 sm legten wir dann in der Marina La Bajadilla, ca. 1 sm nach Marbella, an. Direkt am Hafen kann man noch erkennen, dass es mal ein Fischerdorf war. Doch gleich eine Strassenzeile weiter beginnt auch schon die Touristenhochburg Marbella mit ihren riesigen Hotelkomplexen. Am Abend ließen wir es uns nicht nehmen an dem Trubel teilzunehmen. In der Altstadt reihen sich Souvenierläden und Restaurants dicht aneinander. Hier machen die Schönen und die Reichen Urlaub, wir passen hier nicht her. Man hat das Gefühl COVID 19 existiert gar nicht. Obwohl hier die Inzidenz weit über 300 liegt.
Am Freitag wollten wir ein paar Seemeilen weiter in die historische Stadt Málaga. Doch das sollte wohl nicht sein, alle Liegeplätze waren belegt. Dann nehmen wir halt Plan B, und segeln nach Benalmadena, doch auch hier war alles belegt. 43 sm weiter in La Caleta de Veldez haben wir endlich einen Liegeplatz ergattert.
Eigentlich wollten wir heute ein Auto mieten und nach Ronda fahren, welches eine der schönsten Städte in Spanien sein soll. Sie liegt an einer tiefen Schlucht über die eine spektakuläre Brücke gebaut wurde. Leider gibt es in Spanien kurzfristig zur Zeit, wegen COVID, keine Autos zu mieten. Die Autovermietungen haben ihren Fuhrpark verkleinert und sie haben nicht mit so vielen Touristen gerechnet, weshalb Mietautos Mangelware sind. Aber es gibt ja Taxis, ist zwar nicht die Billigvariante, aber wir wurden nicht enttäuscht, die Stadt ist wirklich sehenswert.
Die Schlucht mit der historischen Brücke ist sehr beeindruckend. Die weißen Häuser wurden direkt an der Felskante entlang gebaut. Mittlerweile sind diese Häuser natürlich, auf Grund des Tourismus alles entweder Hotels oder Restaurants. Der Ausflug hat sich trotz Taxi gelohnt. Wir müssen allerdings dazu sagen, dass das Taxi für uns überhaupt nichts gekostet hat, wir wurden nämlich von Manuela und Rainer eingeladen, sehr großzügig.
Morgen müssen wir uns leider von den Beiden verabschieden, sie fliegen wieder nach Hause, ihr Urlaub ist zu Ende. Wir segeln vielleicht weiter nach Almerimar.

Endlich wieder im Mittelmeer

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Gestern früh um sieben hieß es wieder mal Leinen los. Mit drei weiteren Booten wollten wir ins Mittelmeer segeln. Es waren zwar nur 36 sm, aber wir wollten um 12.00 Uhr in Tarifa sein um die optimale Strömung bei Hochwasser ausnutzen zu können. Das hat auch prima geklappt. Wir hatten tollen Wind. Natürlich haben wir immer Ausschau nach Orkas gehalten, aber die waren noch müde von ihrem Angriff am Tag zuvor. Gott sei Dank. In der Bucht von Gibraltar wurden wir aber noch von einem riesigen Rudel Delphinen begrüsst, und dummer Weise von ordentlich Wind. Wieder einmal mussten wir bei 25 Knoten Wind anlegen. Hat aber Gott sei Dank 😅 super geklappt. Wir liegen jetzt in der Alcaidesa Marina in La Linea auf der spanischen Seite von Gibraltar.
Heute haben wir einen Ausflug auf den Rock von Gibraltar gemacht, wenn wir schon mal hier sind. Eigentlich hat Rainer eine Wanderung geplant, Paul hatte sich schon Ausreden überlegt, warum er nicht wandern kann, wie z.B. „Die Kühlschranktür klemmt oder das Wasser muss noch aufgefüllt werden“. Er ließ sich dann aber doch überreden mit zu kommen. Gleich nach der Grenze wurde uns angeboten das Ganze mit einem Taxi zu erkunden und natürlich auch mit Erklärungen zur Geschichte von Gibraltar. Das war dann auch mit Abstand die billigste und beste Variante. Also machen wir halt mal eine Touristentour. Uns hat die Tour sehr gut gefallen und wir haben auch noch ein bisschen von der Geschichte von Gibraltar erfahren.
Morgen gehts vermutlich bei Flaute weiter Richtung Marbella. Wir müssen so langsam mal ein bisschen Strecke machen.

Barbate

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Gestern Früh hieß es planmäßig, um zehn „Leinen los“. Die ersten Seemeilen mussten wir wieder mal Motoren, zu wenig Wind. Auf einmal kam bei uns die Frage auf „was ist denn das da Vorne? Sieht man da vielleicht schon Afrika?“ Kann ja eigentlich nicht sein, aber da Vorne war was. Eine halbe Stunde später wussten wir es. Es war Nebel. Ist schon ein bisschen unheimlich, fast wie in „Fluch der Karibik“. Der Wind nahm dann auch zu und wir konnten die Segel hissen. Aber um 15 Uhr lagen wir dann auch festgezurrt in der Marina Barbate, trotz Nebel und Gottseidank ohne Piraten aus der Karibik. Die Marina ist nicht wirklich einladend, man liegt vor einer Betonmauer und sieht nichts außer Beton und auf der Mauer manchmal einen joggenden Spaniern oder Spanierin.
Aber für eine Nacht ist das in Ordnung. Aus der einen Nacht wurden dann zwei Nächte. Wir haben den Wetterbericht nochmal gecheckt und uns heute fürs Wandern entschieden. Es ging fast nur auf Sandwegen zum nächsten Örtchen, Los Canos de Meca, mit tollem Blick auf das Cap Trafalgar. Am Ende waren es dann doch 16 km. Ganz schön anstrengend auf der Sandpiste.
Morgen Früh wollen wir dann endgültig das Abenteuer Gibraltar wagen. So langsam wird es wirklich zum Abenteuer, in der Straße von Gibraltar sollen sich wohl einige Orkas niedergelassen haben, und die verteidigen jetzt ihr Revier vor den Seglern. Man hört immer wieder, dass Schiffe gerammt werden, oder, dass sie das Ruder zerstören. Heute ist ein deutscher Segler in die Marina gekommen, der heute über seinen Funk einen Angriff mitverfolgt hat. Ein bisschen mulmig ist uns schon. Wir haben die Notmeldungen über Funk vorsichtshalber nochmal gecheckt, hoffen aber, dass wir sie nicht brauchen. Das Problem hat im Hafen sehr schnell die Runde gemacht, wir werden deshalb morgen eine kleine Flottille mit 4 Schiffen bilden und zusammen durch Gibraltar segeln. Der Plan ist vor Allem so weit wie möglich in Landnähe zu bleiben, dort soll man geschützt sein. Wird schon klappen, vielleicht haben die Orcas Morgen einen freien Tag, weil sie ja heute mit Segelboote jagen beschäftigt waren.

von Rota nach Sankti Petri

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Nach einem Tag Hafenleben im schönen Städtchen Rota wollten wir dann noch was von der Umgebung sehen und da Cádiz ja nicht weit weg ist, haben wir ein Ticket für die Fähre nach Cádiz gebucht und sind um 8:30 schon los in eine der ältesten Städte Spaniens. Schon beim Frühstück waren wir mutig und haben die spanische Variante gewählt. Ein Brötchen mit Olivenöl und Tomatenmus. Schmeckt gar nicht so schlecht, mal was anderes wie Nutellabrot. Wir haben „Dank Rainer“ einen 6 km Marsch durch Cádiz gemacht und dabei das Städtchen besichtigt. Am Abend waren wir dann doch einigermaßen platt, und als wir dann mit der Fähre zurückwollten, wurde uns gesagt, dass die Fähren nicht mehr fahren, weil er Wind doch kräftig zugelegt hatte, wir wurden deshalb mit dem Bus auf dem Landweg zurückgebracht.
In den kommenden Tagen soll der Wind in unserer Gegend aber nachlassen, aber aus Gibraltar wird er noch zwei Tage weiter herausblasen. Mir kam dann die Idee, wir könnten doch heute schon ein Stückchen weiter fahren, nach Sankti Petri, bei wenig Wind können wir auch unseren Motor ein bisschen in Anspruch nehmen. Gesagt getan, wir liegen jetzt 16 sm weiter im quirligen Sankti Pétri und verbringen den Rest des Tages mit schwimmen und chillen. Wir haben ein nettes Fischrestaurant gefunden, welches wir heute Abend mal ausprobieren werden.
Die nächsten Tage sollen günstig sein für die Durchfahrt ins Mittelmeer, also gehts morgen früh gleich weiter nach Barbate.

weiter Richtung Gibraltar

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In Ayamonte hatten wir endlich mal zwei Tage lang sommerliche Temperaturen, was dann in der Flussmuendung des Guardiana zu einem weiteren Problem für Paul wurde. Er musste drei Naechte lang gegen Stechmuecken kaempfen. Ich glaube die Viecher sind gegen saemtliche Spritzmittel immun und finden den Weg zum Skipper sogar durch unsere Mueckennetze. Entsprechend sank die Stimmung des Skippers.
Am Montag frueh hiess es dann um 5:30 Uhr, raus aus den Federn, wir wollten weiter nach Cadiz. Der Blick nach draussen brachte dann die Ernuechterung. Wir hatten in der Nacht keine schlechten Ohren, der Wind hat auf bis zu 30 Knoten aufgefrischt. Noe, so laufen wir nicht aus! Wir haetten auch keine Chance gehabt aus unserer Parkluecke raus zu kommen, da wir auch noch mit einer Stroemung von 2 Knoten kaempfen muessten. Gegen Mittag hatte sich das Wetter beruhigt und wir hätten auslaufen koennen, aber da war Ebbe, und bei Ebbe sitzen wir an der Flussmuendung auf. Der Wetterbericht fuer die naechsten Tage sagt auch nichts Gutes. Ab Donnerstag weht es mit über 40 Knoten aus der Straße von Gibraltar raus. Was die Stimmung natuerlich nicht wirklich verbesserte. Wir muessen einfach von Tag zu Tag neu entscheiden.
Juhuuu! Der Tag für die Entscheidung war dann gestern. Um 7:00 Uhr hiess es Leinen los. Wir haben uns entschieden ohne weiter Zwischenstopp die 63 sm nach Cadiz zu Segeln um so nah wie moeglich an Gibraltar ran zu kommen. Bei angenehmen Winden kamen wir dann um 17:30 in Rota an. Natuerlich hat der Wind wie immer zum Anlegemanoever aufgefrischt. Aber Paul hat das Anlegemanoever hervorragend gemeistert.
Rota ist ein sehr schoenes kleines Staedtchen mit zwei Sandstraenden. Hier kann man es ein paar Tage aushalten. Viel viel schoener als die Sherry Marina.
Vor Samstag oder Sonntag werden wir hier wohl nicht weg kommen. Also geniessen wir erst mal das Hafenleben.

Auf gehts nach Spanien

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Nachdem Antonio am Mittwoch unser neues Grossegel gebracht hat und das Wetter auch besser werden sollte, hatten wir jetzt wirklich keinen Grund mehr die Abreise hinauszuzoegern. Fast waere Paul nochmal schwach geworden, als wir die restlichen Liegeplatzgebuehren bezahlt haben, wir haben einen Spezialrabatt von 50 % bekommen. Am Mittwochabend hat Neptun nochmal so richtig geblasen und es war richtig kalt. Lagos liegt einfach zu nah am Kap Vincent. Wir freuen uns auf waermeres Wetter und hoffentlich auch weniger Wind. Am Donnerstag frueh um neun hieß es dann „please open the bridge“, Kurs Faro.
Wir hatten einen sehr angenehmen Segeltag, mit 13 – 14 Knoten Wind. So konnten wir unser Grossegel auch gleich testen. Paul kann das Segel ohne Winsch raus holen und auch wieder bergen. Und schneller sind wir auch. 👌 prima!
Auf der Hoehe Vilamoura haben wir dann auch endlich unsere Atlantikrunde vervollstaendigt. Wir haben unser Kielwasser gekreuzt, im August 2016 sind wir von Vilamoura aus nach Madeira gestartet. Inzwischen sind es ueber 12.000 sm seit Murter.
Vor Faro haben wir unseren Augen nicht getraut. Zuerst sahen wir zwei Flossen im Wasser, als der Fisch naeher kam, war klar, das ist ein Hai, er war geschaetzte drei Meter lang. Danach bekamen wir ein weiteres Schauspiel geboten. Bestimmt hundert Delphine waren auf Fischfang. Einer ist direkt neben Paul aus dem Wasser gesprungen. Aber der Fisch war ihm wahrscheinlich zu haarig. Das ist aber noch nicht Alles. Was wir dann sahen war der Hammer. Wir haben schon von der Ferne immer wieder eine Fontaene beobachtet. Auf einmal ist ca. 100 Meter neben uns ein riesiger Wal aufgetaucht. Der Wal auf der Atlantikueberquerung war ein Babywal dagegen. Der Wal 🐳 war viel viel laenger als unser Schiff. Wir waren nicht traurig, dass er in die andere Richtung geschwommen ist.
Wir haben letzte Nacht vor Culatra vor Anker verbracht, die reparierte Ankerwinsch musste ja auch mal getestet werden. War schoen mal wieder ein bisschen Buchtfeeling zu geniessen.
Nach einer sehr ruhigen Nacht sind wir heute bei spiegelglattem Wasser 34 sm weiter nach Ayamonte in den Guardiana Fluss motort. Hurra, wir sind in Spanien 🇪🇸
Morgen kommen Rainer und Manu an Bord. Wir freuen uns.

Von meinem iPad gesendet

Immer noch in Lagos

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Das Thema Ankerwinsch war dann doch noch aufwendiger als erwartet. Als ich von meinem Strandspaziergang zurueck kam, lag unser neuer Mechaniker, Ralf, im Ankerkasten. Das Getriebe war total trockengelaufen und das Oel, das Paul versuchte oben rein zu leeren, lief unten wieder raus, der Semmering war total verrottet. Das Getriebe der Ankerwinsch war innen komplett mit einer dicken Salz-Oel-Kruste ueberzogen. Die Beiden haben dann den Versuch gestartet, die Ankerwinsch auszubauen, um sie dann in der Werkstatt von Ralf zu zerlegen und zu reinigen. Aber keine Chance! Also lag der arme Kerl, Ralf, (Paul haette da nie reingepasst) zwei Tage im Ankerkasten und hat die Ankerwinsch von dort aus zerlegt, gereinigt, gefettet, wieder mit neuen Semmeringen und Kugellagern versehen und wieder zusammengebaut. Er meinte dann nach diesen Strapazen muss das Teil jetzt nochmal 10 bis 15 Jahre funktionieren, hoffen wir es mal.  Wir sind uns allerdings ziemlich sicher, dass wenn wir nichts gemacht haetten, sie bald den Geist aufgegeben haette. Es ist eigentlich traurig, dass die Industrie absichtlich so konstruiert, dass die Teile nach einer gewissen Zeit kaputtgehen muessen, und das wegen einem Centartikel, einem Semmering.

Nun zum Thema Grosssegel, Antonio hat sich tatsaechlich am Mittwoch gemeldet und uns bestaetigt, dass das Material fuer das Segel angekommen ist. Puhh, Glueck gehabt. Gestern waren wir dann in der Naeherei und tatsaechlich lag unser Segel auf dem Naehtisch und eine Naeherin hat fleissig dran gearbeitet.  Antonio hat uns hoch und heilig versprochen, dass er es spaetestens am Dienstag fertig ist.  Dann koennten wir tatsaechlich am Mittwoch los, wenn uns Neptun wohl gesonnen ist.

Unser erster Stopp waere Olhao, dort koennten wir dann unsere Ankerwinsch gleich mal testen.

Ein bisschen aufgeregt sind wir schon, wir sind ja immerhin seit zwei Jahren nicht mehr gesegelt. Koennen wir es ueberhaupt noch? Wir muessen uns hier im Atlantik auch noch mit der Tide auseinandersetzen. Auslaufen und Ankommen muss geplant sein, sonst laufen wir auf Grund. Aber es wird schon klappen.  

Am Wochenende bekommen wir dann Besuch von Rainer und Manu, sie wollen uns bis Malaga begleiten.

Jetzt moechte ich noch ein bisschen von meinem Strandspaziergang erzaehlen. Als Tourist ist es wunderschoen an kilometerlangen einsamen Sandstraenden entlang zu spazieren. Aber fuer die Einheimischen ist es eine Katastrophe. Die Restaurants am Strand sind zu dieser Zeit normalerweise brechend voll, einen Sonnenschirm mit Liegen zu ergattern, ist fast nicht moeglich. Doch hier ist nur gaehnende Leere. Die Restaurantbesitzer versuchen verzweifelt ihre Lokale offen zu lassen, ich habe an diesem Nachmittag fast keine Gaeste in den Restaurants gesehen. Die Leute, die Ausfluege anbieten, sitzen gelangweilt in ihren Verkaufsstaenden, weil es kaum Touristen gibt, denen sie etwas anbieten koennen. Viele Hotels sind geschlossen. Sehr sehr traurig! Aber Hauptsache die Fussballstadien sind voll!

Endlich wieder an Bord

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Mitte Mai hat Portugal nun endlich die Grenzen für Touristen wieder geoeffnet. Wir haben nicht lange gefackelt und gleich einen Flug nach Faro gebucht. Wir waren total aufgeregt wie unsere Lady wohl aussieht. Paul hat ja da immer gleich die schlimmsten Befuerchtungen. Das Wasser koennte zum Beispiel gekippt sein, der Motor nicht mehr laufen, die Bilge koennte voll Wasser sein usw. Zu unserer Ueberraschung hat wirklich fast alles funktioniert. Ausser die elektrische Toilette, die konnte Paul einfach nicht dicht bekommen. Wir haben jetzt nach 13 Jahren den gesamten unteren Teil mit Motor ersetzt. Jezt funktioniert alles prima.
In den zwei Wochen war putzen und polieren angesagt. Das war bitter noetig, aber nach einer Woche hat unsere Lady wieder gestrahlt, fast wie am ersten Tag.
Vor lauter Freude an unserem Schiff haben wir uns dann noch ein neues Grossegel bei Antonio bestellt, da das alte ja schon einige Jahre und Seemeilen auf dem Buckel hatte.

Mit einem guten Gefuehl sind wir dann Anfang Juni wieder nach Hause geflogen um uns die zweite Covid 19 Impfung abzuholen. Das hat dann auch prima geklappt und unser Rueckflug von Deutschland nach Potugal sollte am 2. Juli sein.
Mitte Juni haben wir dann besorgt auf die Corona-Zahlen in Portugal geschaut und einstimmig beschlossen den Flug eine Woche vor zu verlegen. Und das war auch gut so. Inzwischen ist Portugal in Deutschand Virusvariantengebiet. Die Hotels und Restaurants leeren sich wieder und vielleicht waere unser urspruenglicher Flug am 2. Juli abgesagt worden.

Wir warten jetzt noch auf unser Grossegel, welches hoffentlich Anfang naechster Woche geliefert wird, dann koennten wir los segeln, falls Spanien die Grenzen zu Portugal noch geoeffnet hat.
Diese Woche hat es eh noch ziemlich viel Wind teilweise bis ueber 30 Knoten. Bei diesem Wind segeln wir sowieso nicht los. Wir haben uns ja vorgenommen nur bei ruhigem Wetter zu segeln. Neptun soll sich diese Woche nur noch richtig austoben.

Wir lassen jetzt einfach alles mal auf uns zu kommen. Wenn wir es nicht nach Kroatien schaffen koennten wir auch in Spanien bleiben, dort gibt es viele schoene Marinas zum ueberwintern. Und wenn es ganz dumm laeuft bleiben wir halt hier.

Ach uebrigens Paul baut gerade die Ankerwinsch auseinander, die rattert ziemlich laut. Hoffenlich ist sie nicht kaputt.