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Lagos

Dieser Beitrag wurde von Cornelia Amann am veröffentlicht.

Eigentlich wollten wir ja ueber den Winter in Portimao bleiben, aber meistens kommt es anders als man denkt! Portimao hat eine wunderschoene Marina in herrlicher Lage, gegenueber ist das schoene Fischerdorf Ferragudo. Im Winter waere der uns zugeteilte Platz allerdings voll den Suedstuermen ausgesetzt gewesen und unser vermeintlich tolles Angebot gilt eben nur fuer diesen Liegeplatz, die sicheren Liegeplaetze kosten 1.000 EUR mehr und sowieso waere auch keiner mehr frei. Na suuuper!

Unser Nachbar hat uns Lagos empfohlen, der Hafen liegt ungefaehr eine sm in einem Flussarm mitten in der Stadt total sicher. Wir konnten gerade noch einen Liegeplatz fuer den Winter ergattern und sind dann nach der Abreise unserer Gaeste auch gleich nach Lagos gesegelt. Lagos ist ein sehr schoenes Staedtchen mit alles was man braucht. Zum Lidl sind es ca 15 Minuten zu Fuss und die Markthalle ist fuenf Minuten entfernt. Es gibt eine grosse Auswahl an Restaurants auf der einen Seite des Flusses ist ein riesiger Sandstrand, auf der anderen Seite ist die bekannte Felskueste der Algarve mit kleinen Sandstraenden. Bisher ist alles noch sehr touristisch, ist ja schiesslich August, aber wir freuen uns schon auf den Winter, da ist bestimmt alles viel ruhiger. Diese Menge an Touristen sind wir von den Azoren nicht mehr so sehr gewoehnt.

Der Reparaturservice hier ist bisher auch super!
Bei der Kontrolle von unserem Rigg hab ich bemerkt, dass sich ein Draht aus einer Wante geloest hat!!! Unsere Lady hat den Starkwind doch nicht ganz so makellos ueberstanden. Wir haben gleich einen Rigger kontaktiert, der dann auch innerhalb von zwei Tagen die inneren Wanten komplett ausgetauscht hat. Glueck gehabt!!! Der Rigger hat super Arbeit geleistet, so hat unser Rigg noch keiner kontrolliert, nicht einmal vor dem Start bei der ARC. Wir erhalten sogar unaufgefordert eine Bescheinigung, dass er das Rigg kontrolliert wurde, und dass 4 Wanten erneuert wurden, damit sind wir versicherungstechnisch wieder safe. Manche Versicherungen fordern den Austausch des Riggs nach zehn Jahren. Unsere Lady ist schon elf Jahre alt und somit war das auch von Noeten.

Wir putzen und bringen unsere Lady wieder auf Vordermann , dann sind noch zwei Wochen chillen angesagt, ich glaube das haben wir uns verdient. Am 11. September fliegen wir dann wieder nach Hause.

Wir werden dann wohl erst wieder im Februar zur Mandelblüte nach Lagos kommen um dann um das Landesinnere zu erkunden.

Naechstes Jahr werden wir dem Atlantik wohl doch noch treu bleiben und nach Galicien segeln. Jeder schwaermt von diesem Revier, und wenn wir schon mal hier sind……..

Hurra wir leben noch!!!

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Der Wind war am Mittwoch den ganzen Tag ganz moderat, so 20 bis 25 Knoten und zwei Meter Welle. Bea ist auch wieder aus dem Salon gekrochen und wir haben zusammen draussen Abendbrot gegessen. Wir freuten uns, dass Neptun so geaedig mit uns war und uns vor staerkeren Winden verschont hat. Die Stimmung stieg und jeder freute sich auf den ersten Landfall.

Doch es kommt meistens anders als man denkt. Puenktlich zum Sonnenuntergang hat sich die Lage komplett gedreht. Paul und Bea haben sich nach dem Essen noch ein Nickerchen gegoennt, ich hatte mit Rolf Wache. Von Null auf Hundert hatten wir ploetzlich ueber 30 Knoten Wind und mit dem Wind kam sofort wieder die Welle. Ich hab nur noch gerufen, Rolf wir reffen jetzt!!! und haben die Fock bis auf einen Fetzen kleiner gemacht. Pauls Nickerchen war somit apruppt beendet. Das Gross haben wir ganz weggerollt und gehofft, dass der Spuk bald wieder vorbei ist. Als ich die aktuelle Wetterinformation eingeholt hatte bestaetigte sich, dass wir dieses Wetter bis zum naechsten Morgen haben werden. Die Stimmung war am Boden. Bea hat sich wieder in den Salon verkrochen, was auch nicht gerade angenehm ist, bei der Schaukelei und Paul blieb die ganze Nacht oben, Rolf und ich haben im drei Stundentakt die Wache uebernommen. Rolf kam sich unter Deck vor wie in einem Schrottlaster, es knarzt und garrt in jeder Ecke, da das Geschirr und die Toepfe sich selbstaendig machten. Die Welle hatte inzwischen gefuehlte vier Meter erreicht und immer wieder wurde das komplette Schiff von einer Welle ueberspuelt und in regelmaesigen Abstaenden stand das Cockpit unter Wasser. Das Ganze bei eiskalten Temperaturen, unsere Wassertemeraturanzeige hat gerade mal noch zehn Grad angezeigt! Das war jetzt die dritte Nacht hintereinander mit Starkwind. Wir dachten schon die Naechte davor, dass es heftig war, aber im Vergleich der letzten zwei Naechte war diese Nacht der Horror, sowas braucht niemand. Wir haben uns nicht mehr getraut etwas zu trinken, vor lauter Angst wir muessen auf die Toilette und die ganzen Klamotten ausziehen bei der Schaukelei. An Waschen und Zaehne putzen, frische Klamotten anziehen oder gemeinsames Esssen war gar nicht mehr zu denken. Gott sei Dank hatten wir am vergangenen Sonntag nochmal Gruppenduschen angeordnet. Dazu kam, dass ein Tanker nach dem Anderen unseren Weg kreuzte und wir hoellisch aufpassen mussten.

Wir sind uns einig, es war die schlimmste Nacht unseres Lebens!!!! Ihr koennt uns glauben wir hatten die Hosen gestrichen voll aber richtig voll um nicht zu sagen wir hatten Angst!!

Am naechsten Morgen lies der Wind dann so langsam nach, wir waren total erleichtert und Paul hatte sogar wieder ein Laecheln auf dem Gesicht. Er hat zwei Tage und zwei Naechte ueberhaupt nicht geschlafen.

Jetzt muss ich auch mal noch was zu unserer Lady sagen. Es ist unglaublich wie dieses Schiff uns durch diese Nacht gesegelt hat. Unser Vertrauen in dieses Schiff und seine Technik hat sich wieder einmal bestaetigt. Die Einzige, die diese Tage klaglos hingenommen hat war unsere Lady. Unser Schiff ist auf jeden Fall staerker als wir. Und dann noch unser Autopilot, er hat die ganze Nacht durchgesteuert ohne vom Kurs abzukommen. Einfach Klasse!

Um 13 Uhr hiess es endlich Laaaand in Sicht! Wir haben Kap Vicente, den westlichsten Punkt von Europa vor uns. Wir segeln um das Kap und wollen nur noch ausruhen und beschliessen in Baleeira an eine Boje zu gehen.

Um 16 Uhr liegen wir an der Boje vor einer herrlichen Kulisse an der Felsalgarve. Wir haben es geschafft, auch wenn uns der Atlantik in der letzten Nacht nochmals ganz schoen gefordert hat. Wir haben ihn umrundet. Ich bin kein Bergsteiger, aber ich habe mir sagen lassen, dass man erst sagen kann: Der Berg gehoert uns, wenn man den Berg bestiegen und wieder hinunter geklettert ist. Wir koennen jetzt sagen: Der Atlantik gehoert uns! Einmal von Ost nach West und einmal von West nach Ost.

Endlich mal wieder duschen, war echt total noetig!! Und dann zum kroenenden Abschluss noch ein suuuper!!!leckeres Rindersteak im Restaurant Tasca essen, das hatten wir uns jetzt aber auch verdiehnt.

Heute segeln wir nach Portimao bei glatter See und kaum Wind!

Tag 6 von den Azoren nach Portugal

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Wir stampfen hart am Wind mit gerefftem Gross und Fock bei unangenehmer Welle mit unserer Lady Richtung Festland von Portugal. Wir haben eine ungemuetliche Nacht hinter uns. Durch den Amwindkurs ist es noch kaelter, wir sind eingepackt wie im Winter, sogar Paul traegt eine Muetze und das ist sehr selten! Die Wache hat sich die ganze Nacht ueber unter der Sprayhood verkrochen. Wir sind alle total uebermuedet. In solchen Situationen ueberlegt man sich wirklich warum man das eigentlich macht.

Heute ist der Wind bisher gar nicht so schlimm wir befuerchtet, die erwarteten 27 Knoten Wind haben wir bisher Gott sei Dank nicht. Wir haben nun beschlossen wieder Kurs Kap zu nehemen. Die erwartete Ankunftzeit hat sich nochmal nach hinten verschoben. Wir werden uns vermutlich nach dem Kap fuer eine Nacht in einer Bucht verkriechen. Ich weigere mich morgen nochmal zu kochen. Die Crew ist trotz allem in guter Stimmung und freut sich natuerlich auf den Landgang und ein riesiges saftiges Rindersteak.

Endlich Wind

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Geschafft,

nach vier Tagen fast nur unter Motor haben wir seit gestern Abend jetzt endlich den ersehnten Wind. Wir haben noch 260 sm vor uns bis Portimao und haben jetzt den Kurs Richtung Kap gesetzt. Wir hoffen dass Neptun mit uns gnaedig ist und den Portugalpassat einwenig zurueckpfeift.

Was gibt es sonst Neues, eigentlich nicht viel, ich hab mal auf Vorrat Brot gebacken um die letzten zwei Tage nicht unbedingt kochen zu muessen, die Naechte sind saukalt aber wir haben tolle Vollmondnaechte. Wir hoffen am Donnerstag zur Mittagszeit in Portimao einlaufen zu koennen.

Tag 3 von den Azoren nach Portugal

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Wir haben jetzt noch 436 sm nach Lissabon. Wir hatten eine ruhige Mondnacht und heute frueh hat sich auch die Sonne ein wenig gezeigt. Da steigt doch gleich die Stimmung an Bord. Ueberhaupt haben wir wieder mal ne tolle Crew, trotz der bloeden Wetterlage. Rolf hat sich zu einem richtigen Seebaer entwickelt. Und auch Bea macht sich super, Paul schlaeft waehrend Ihrer Wache, da heisst was.

Ja und dann haben wir noch das Thema Wettervorhersage, die sieht nicht besonders gut aus. Die naechsten zwei Tage muessen wir wohl noch motoren, dann erwischt uns vermutlich ein strammer Portugalpassat mit fast 30 Knoten Wind. Wir bleiben mal Höhe Lissabon um evtl. Richtung Sueden abfallen zu koennen. Gott sei Dank haben wir wenigstens genuegend Sprit dabei.

Tag 2 von den Azoren nach Portugal

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Es laeuft alles nicht so richtig wie wir es vor hatten!!!

Die Sonne laesst sich nicht mehr blicken, es regnet immer wieder, wir haben entweder keinen Wind oder Wind aus der falschen Richtung und die Duenung die uns das Tief hinterlassen hat ist auch nicht zu verachten. Dazu kommt, dass die Wettervorhersage einen starken Portugalpassat mit bis zu 30 Knoten vorhersagt. Das wuerde fuer uns bedeuten, wir muessen am Wind segeln, das ist zu heftig. Im Moment denken wir daran nach Lissabon auszuweichen, weiter noerdlich ist der Passat nicht so stark und wir koennten dann in Etappen an die Algarve segeln. Bea und Rolf haetten auch die Moeglichkeit in Lissabon von Bord zu gehen falls die Zeit zu knapp wird.

Momentan segeln mit 38 Grad Richtung England!!!!! Geht aber nicht anders.

Mal sehen was die Wetterwelt morgen fuer uns Neues hat.

Leinen los wir segeln ans Festland

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Rolf und Bea hatten am Montag einen regnerischen Empfang in Ponta Delgada und am Dienstag war es nicht besser. Das Lossegeln rueckte aufgrund des Wetterberichts in weite Ferne. Am Mittwoch sollte es aufhoeren zu regnen, wir beschlossen kurzfristig ein Auto zu mieten und die Insel noch ein wenig zu erkunden. Wir wollten ja schliesslich den Koenigsblick der auf jedem Azorenprospekt presentiert wird mit eigenen Augen sehen. Eine Legende besagt, dass sich eine Prinzessin und ein Hirtenjunge ineinander verliebten und die Heirat durch den Koenig untersagt wurde. Vor lauter Trauer befuellte die Prinzessin, die blaue Augen hatte den blauen See mit ihren Traenen und der Hirtenjunge, der gruene Augen hatte den gruenen See. Uns blieb der Koenigsblick aber untersagt, wir sahen nur Nebel. Also schauten wir uns halt das Bild im Reisefuehrer nochmal an.

Nach wiederholter Diskussion, wann denn der beste Tag fuer die Abfahrt ist, haben wir uns dann doch kurzfristig dazu entschlossen am Donnerstag lozusegeln um den Restwind des Tiefdruckgebietes mitzunehmen. Also hies es am Donnerstag um elf Leinen los wir segeln ans Festland. Unter der Abdeckung der Insel hatten wir ein paar schoene Segelstunden unter Genua, gar nicht so schlecht fuer den ersten Tag. Gegen Abend liess dann der Wind nach und die Welle erreichte auch Ihre angesagten drei Meter. Ist eine ziemliche schaukelei ohne Wind in der Welle. An Schlaf ist da nicht zu denken. Laut Wettervorhersage soll es erst am Sonntag wieder Wind geben, der dann im Sueden Portugals auf bis zu 30 Knoten zunehmen soll. Wir fahren daher lieber Kurs Lissabon, da ist der Portugalpassat nicht so stark. Warten wir mal ab was uns noch erwartet.

Wir segeln nach Sao Miguel

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Es ist uns schon ein bisschen schwer gefallen uns von Terceira zu verabschieden, zumal sich die ganze Stadt festlich geschmueckt hatte. Es war in Praia mal wieder eine Woche feiern angesagt, natuerlich mit abschliessendem Bullenrennen am Sandstrand. Riesige Festzelte wurden aufgestellt. Wir dachten es kann nur irgendwie eine Messeveranstaltung sein soviele Menschen leben doch garnicht auf dieser Insel. Aber falsch gedacht. Die Zelte wurden mit vielen einzelnen Gourmetrestaurants aus ganz Portugal bestueckt. Die Koeche kommen extra fuer dieses Fest teilweise vom Festland Portugals um hier ihre Spezialitaeten zu praesentieren. Es laeuft einem das Wasser im Mund zusammen, wenn man diese ganzen Koestlichkeiten sieht. Angefangen von leckerem Fisch, der einheimischen Cataplana, natuerlich Rindersteaks von ehemals gluecklichen Kuehen, Wurst, Kaese und zum Nachtisch noch was Suesses. Das alles konnte in den Zelten verspeist werden. Auch wir konnten uns nicht zurueckhalten und haben uns am Samstag noch mit ein paar Leckereien eingedeckt und sind dann los zu unserer ersten Nachtfahrt in diesem Jahr.

Meistens musste der Motor herhalten, der Wind kam von Vorne mit hoeschstens 10 Knoten. So mag unsere Lady nicht segeln. Bei meiner Nachtwache habe ich dann auf einmal ganz komische Wellen gesehen, bis ich bemerkte, das sind gar keine Wellen, das sind Delphine, es waren bestimmt 10 bis 15 Tiere, die mir die Zeit in der Nachtwache verkuerzten. Teilweise sind sie zu viert aus dem Wasser gesprungen. Die Kleinen habens auch probiert, sind aber wieder total unkontrolliert ins Wasser geplatscht. War wieder mal ein tolles Erlebnis.

Morgens um neun sind wir dann in Ponta Delgada, der Hauptstadt von Sao Miguel, angekommen. Erst mal wurde vollgetankt, wir haben immer noch karibischen Diesel im Tank, damit wir fuer unsere Ueberfahrt ans Festland nach Portugal genuegend Futter fuer unsere eiserne Genua dabei haben. Dann ging es weiter in die Marina. Wir waren ganz schoen gefrustet als wir an unserem Liegeplatz fest waren. Die Boote huepfen nur so im Wasser umher obwohl es keinen Wind hat. Es knarrt und quietscht ueberall. Kurz kam uns der Gedanke uns eine andere Marina zu suchen. Es hat hier wahnsinnigen Schwell in der Marina. Ich glaube in den Wintermonaten kann man hier sein Schiff nicht lassen ohne Schaeden zu riskieren. Na ja, aber wir sind dann doch geblieben, ist ja nur fuer eine kurze Zeit bis es weitergeht.

Als wir die Stadt erkundeten bemerkten wir, dass auch hier eine riesige Party statt findet. Die White Ocean Party. Es spielten Bands in der ganzen Stadt und eine Bar an der anderen wird aufgebaut. Die ganze Stadt wird mit weissen Meerestieren geschmueckt und in den Schaufenstern sind nur weisse Kleider ausgestellt. Am Abend wissen wir auch warum, alle Azorianer sind ganz in weiss gekleidet. Man sieht genau wer Tourist ist und wer Einheimisch. Wir haben gefragt wieviele Tage die Party dauert? Ein Tag!!! Soviel Aufwand fuer einen Tag.

Um 22 Uhr war fuer uns zwei die Party vorbei, wir fielen totmuede ins Bett und hoerten weder die laute Musik, noch das garren und quietschen der Leinen. Nachts um halb vier bin ich mal aufgewacht, die Bands waren immer noch spielen!

Am naechsten Morgen befand sich die Stadt in einem Dornroeschenschlaf. Nur ein paar Touris auf der Strasse, sonst befand sich die ganze Stadt wohl noch in einem hangover, und ueberall waren die Spuren der letzten Nacht noch zu sehen.

Jetzt warten wir auf unsere naechsten Gaeste und auf das Wetterfenster ans Festland. Diese Woche kommt erst mal noch ein Tief ziemlich weit Richtung Sueden, vor Samstag werden wir wohl nicht los kommen.

Sao Jorge

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Nach unserer anstrengenden Picowanderung war erst mal ein Tag chillen angesagt, bevor wir am Samstag von Rainer schon wieder geplagt wurden und zu einer weiteren Wanderung aufbrachen. Mit dem Taxi fuhren wir zur Serra do Toppo. Von dort geht der Abstieg 700 Hoehenmeter runter durch ein hortensiengesaeumtes Tal in die Caldeira de St. Cristo mit herrlichen Ausblicken aufs Meer.

Nur per Quad ueber einen Feldweg erreicht man diese verlassene Gegend. Dann geht es wieder 300 Hoehenmeter hoch bis zur Faja dos Cubres. Jetzt ist aber erst mal genug gewandert!

Wer einmal in Velas auf Sao Jorge war wird ein weiteres Phaenomen wohl nicht vergessen. Puenktlich jeden Abend fuenf Minuten nach Zehn geht es los. Die Gelbschnabelsturmtaucher fangen an zu schreien. Erst dachte ich es ist Paul der nach der Picowanderung den Niedergang runterlief und Aua Aua rief, aber NEIN, es waren diese Voegel. Und es ist nicht nur einer der schreit, es sind bestimmt hunderte von Voegel die wild durcheinander Aua Aua schreien. Und wer denkt das Geschrei ist nach einer halben Stunde vorueber hat sich getaeuscht. Das Geschrei geht bis zum Sonnenaufgang. Wer einen leichten Schlaf hat wird es wohl nicht lange in Velas aushalten. Uns hat es nicht so sehr gestoert. Im Gegenteil, wir haben dadurch das Garren der Leinen nicht so gehoert. Ich habe herausgefunden, dass die Voegel tagsueber auf dem Meer leben und Nachts ihren Nachwuchs in den Felsen fuettern.

Am Sonntag segelten wir dann wieder zurueck nach Terceira, es war auch mal wieder schoen zu segeln, zumal wir guten Wind hatten und auch die Windrichtung passte. Wir wollten Rainer und Manu noch Angra zeigen und vielleicht doch nochmal ne klitzekleine Wanderung machen. Rainer hat uns dann eine Wanderung ausgesucht, die Rocha do Chambre!!! Die kleine Wanderung war aber auch wieder etwas abenteuerlich. Wir liefen durch dschungelaehnliche Waelder ueber einen kleinen Klettersteig zum Aussichtspunkt Rocha do Chambre, von dem man einen irren Ausblick in die Caldera hatte. Jede Wanderung hier auf den Azoren hat ihren eigenen Reiz und keine ist mit der anderen zu vergleichen. Wer hier nicht wandert hat die Inseln nicht gesehen.

Gestern Abend haben wir zum Abschied nochmal in unserem Lieblingsrestaurant lecker gegessen und haben dann mit Rainer und Manu am Strand im Sonnenuntergang mit einem Flaeschchen Wein und ein paar Bierchen den Abschied gefeiert. Zum Schluss war es dann doch noch ein mittelschwerer Landgang.

Morgen gegen Abend wollen wir zu unserer letzten Insel auf den Azoren, nach Sao Miguel segeln, von dort wollen wir zusammen mit Rolf und Bea den Sprung ans Festland wagen. Wir haben nochmal ca. 820 sm vor uns und sind auch schon dabei nach dem passenden Wetterfenster Ausschau zu halten.

Besteigung des PICO

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Nachdem wir doch noch eine Moeglichkeit gefunden haben von Sao Jorge aus den Pico zu besteigen gibt es kein Zurueck mehr, obwohl Paul immer noch verzweifelt versucht hat irgendwas am Schiff kaputt zu machen, damit er es wieder reparieren muss und deshalb nicht mit kann.

Am Donnerstag frueh um fuenf heisst es dann aufstehen! Wir fahren mit einem Privatboot nach Pico und von dort mit einem Taxi zur Basisstation des Picos. Leider zeigt sich der Pico immer noch in seinem weissen Wolkenkleid. Aber es ist ja bekannt, dass sich das Wetter dort rasend schnell aendern kann, Die Aufregung steigt! Jeder von uns wird von unserem Guide mit einem GPS Geraet ausgestattet. Das ist seit zwei Jahren Pflicht, da immer wieder Wanderer vom Weg abgekommen sind und Suchaktionen gestartet werden mussten. Wer auf eigene Faust den Berg besteigt und die Bergrettung benoetigt wird ganz schoen zu Kasse gebeten.

Bereits als wir die ersten Meter unterwegs waren stellten wir fest, die Wolken sind fast verschwunden, aber es ist ganz schoen frisch und wir sind froh unsere Jacken dabei zu haben. Der Aufstieg des 2361 Meter hohen Pico ist nur 4 km lang und wir muessen auf dieser Strecke 1200 Hoehenmeter bewaeltigen. Mann laeuft und klettert auf den Lavasteinen den Berg hoch und immer wieder kommt der Gedanke,wie soll ich hier nur wieder runter kommen. Mit kleinen langsamen Schritten kaempfen wir uns den Berg hoch von einem Markierugspfosten zum Anderen.

Bis zur Caldeira sind es 47 Orientierungsposten die uns den Weg nach oben weisen. Man wird immer wieder mit einer grandiosen Aussicht belohnt. Die Aussicht ist ganz anders als in den Alpen. Man schaut nicht auf ein aderes Bergmassiv sondern man sieht bis zum Horizont nur Meer oder die beiden umliegenden Inseln. Die Insel Pico ist gespickt mit kleinen Vulkanhuegeln mit ihren Kratern auf die man von oben super herabschauen kann. Nach dreieinhalb anstrengenden Stunden stehen wir gluecklich am Krater des Pico. Manche Wanderer uebernachten im Karter zwischen schuetzenden Steinen und hoffen den Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang bestaunen zu koennen. Von der Caldeira aus sehen wir das kleine „Picolein“ vor uns. Wir fuehlen uns noch fit genug ihn auch noch zu besteigen. Für diesen Abschnitt brauchen wir teilweise beide Haende um hochzuklettern. Die Muehe lohnt sich, wir haben freie Sicht auf die umliegenden Inseln und in die Caldeiera. Hier oben brodelt es immer noch ein bisschen. Teilweise steigt noch warmer Dampf aus den Lavasteinen. Der kleine Pico hat erst vor 1300 Jahren aufgehoert zu spucken.

Wieder in der Caldeira angekommen goennen wir uns eine Pause und essen zu Mittag, das haben wir uns verdient. Dann machen wir uns auf den Rückweg, der fuer unsere untrainierten Beine ganz schoen anstrengend war, anstrengender als der Aufstieg. Man muss hoellisch aufpassen wo man hintritt um nicht im Geroell auszurutschen. Viel einfacher ist es auf den grossen Lavasteinen zu laufen. Um 16:00 sind wir wieder an der Basisstation und koennen sagen, der Berg gehoert uns. Wir haben den hoechsten Berg von Portugal bestiegen. Es war ein tolles Erlebnis! Aber heute brauchen unsere Beine einen Tag Pause!

Als wir mit dem Boot zurueckfahren verabschiedet uns der Berg mit einem weissen Hut.