Sie sind hier: Start / Tortola bis Bermuda 10.5.2018 Tag 6

Tortola bis Bermuda 10.5.2018 Tag 6

Dieser Beitrag wurde von Cornelia Amann am veröffentlicht.

Es ist jetzt 12 Uhr Mittag, wir haben noch 86 sm nach Bermuda. Voraussichtlich werden wir um ca 5 Uhr morgen frueh ankommen. Der Wind hat inzwischen auf Sueden gedreht und er weht nur noch mit 10 bis 12 Knoten, wir haben den Motor gestartet. Gegen Mittag haetten wir nochmals Segelwind gehabt und wollten das Grosssegel setzen, aber es klemmt mal wieder, und wie schon vor ein paar Tagen erzaehlt, hat die Fock einen Riss, also bleibt nur noch die Genua und seine Schwester die eiserne Genua. Wir haben ja noch genug Sprit, dann motoren wir halt. Wir werden wohl einiges an unserer Lady reparieren muessen, bis es weiter auf die Azoren geht. Die To Do Liste wird immer laenger…..aber wir bekommen ja eine neue Crew, unser langjaehriger Bordingenieur Joachim mit seinem Sohn. Dann wieder es denen schon nicht langweilig.

Die Flagge von Bermuda ist schon gesetzt, wir freuen uns auf den Landfall.

Gerade hat uns ein ganzes Rudel Delphine besucht und hat mit unserer „Lady“ gespielt. Ist einfach immer wieder schoen, diese Tiere beobachten zu koennen.

Tortola bis Bermuda 09.05.2017 Tag 5

Dieser Beitrag wurde von Cornelia Amann am veröffentlicht.

Vor unserer Abfahrt gab es so Kommentare von unserer Familie und Freunden: wie „immer dran denken, der Weg ist das Ziel und der gerade Weg ist das schnellste Ziel“ oder wir sollen auf Alkohol verzichten damit wir nicht wieder die selben Schlangenlinien fahren wie bei der ersten Atlantikueberquerung. Dann guckt euch jetzt mal die Linie an, wir sind geradewegs von Tortola nach Bermuda gesegelt!

Ansonsten gibt es nichts besonderes, die Stimmung an Bord hat sich um hundert Prozent verbessert. Bis heute frueh hatten wir noch super Wind, aber so langsam laesst er nach, wir kommen nur noch mit 5 Knoten voran. Da wir keine puristitschen Segler sind wird die eiserne Genua uns gegebenenfalls den noetigen Vorschub besorgen. Wir hoffen trotzdem in der Nacht zum Freitag Bermuda zu erreichen.

Tortola – Bermuda 8.5.2018 Tag 4

Dieser Beitrag wurde von Cornelia Amann am veröffentlicht.

„Es gibt Tage an denen verlierst Du“ und es gibt Tage an denen gewinnen dir Anderen, dieser Spruch hat Gestern bei uns voll und ganz zugetroffen. In der Nacht zum Montag wollten wir wegen eines Squalls die Fock reffen, da machte es „ratsch“ und die Fock hatte einen riesigen Riss. Aber das war ja erst der Anfang! Bei der morgendlichen Funkrunde entleerete sich wegen einer extrem hohen Welle der gesamte Inhalt eines Bechers Orangensaft in unserem Rechner! Ipad und Handys flogen durch den Salon. Die Stimmung danach war hervorragend! Aber kein Problem wir haben ja einen Ersatzrechner. Nach zwei bis drei abgerufenen Mails kam dann der Hinweis, dass der PC keine Bluetoothverbindung zu unserem Paktormodem mehr hat. Da wir alle totale PC-freaks sind, standen wir vor einem riesen Problem, ab sofort keine Wetterdaten mehr. Hinzu kam, dass Paul auch noch mit seiner Seekrankheit zu kaempfen hatte. Paul`s Kommentar war ja klar „Ich pack das Schiff auf Bermuda auf einen Container oder noch besser ich verkauf es gleich!

Gegen Abend hab ich dann versucht die Stimmung mit dem ersten warmen Essen, es gab Gulaschsuppe, ein wenig zu bessern. Ich glaub das hat geholfen. Klaus Dieter konnte die Bluetoothverbindung vom Ersatzrechner wieder herstellen, und Paul´s Seekrankheit legte sich so langsam und den Segelmacher auf den Bermudas haben wir auch schon kontaktiert, er verspricht das Segel bis zur Abfahrt auf die Azoren zu reparieren.

…. heute Nacht um drei Uhr hatten wir Bergfest, nur noch 425 sm nach Bermuda. Ein kleiner (laut Klaus Dieter ein grosser!)Wehmutstropfen ist, dass wir keinen Wein und keinen Sekt an Bord haben um das Bergfest zu feiern, das holen wir halt nach.

…und zu unserer Freude ist heute frueh der Rechner, der mit Orangensaft geflutet wurde, auch wieder gelaufen! Suuuper! Also fuer alle die das nachmachen wollen PC´s und Orangensaft vertragen sich scheinbar gut.
Jetzt gerade segeln wir flott mit ueber 7 kn Richtung Bermudas, die Welt sieht schon wieder besser aus. Wenn wir weiterhin so vorankommen werden wir in der Nacht zum Freitag ankommen.

Tortola – Bermuda 7.5.2018 Tag 3

Dieser Beitrag wurde von Cornelia Amann am veröffentlicht.

Sorry, dass ich so spaet schreibe, aber bisher war es bei dem Wellengang nicht moeglich die richtigen Buchstaben der Tastatur zu treffen. Wir haben im Salon Netze fuer Obst und Gemuese befestigt, die Aepfel und Tomaten fallen wie Tennisbaelle aus den Netzen auf den Boden. Sogar ein Krautkopf wurde aus dem Netz direkt auf die Arbeitsplatte in der Kueche katapultiert. Als naechstes gibts wohl Krautsalat.
Am Samstag war puenktlich um 11 Uhr der Startschuss fuer den ersten Step unserer zweiten Atlantikueberquerung. Unter der Abdeckung der Inseln hat es richtig Spass gemacht zu segeln. Als wir allerdings aus dem Schutz der Inseln hinausgesegelt waren,frischte der Wind relativ schnell auf 20 bis 25 Knoten auf und die Welle wurde auch unangenehm hoeher. Essen faellt aus, es ist unmoeglich bei dieser Welle zu kochen, da muss sich halt jeder mit einem Hebebrot zufrieden geben. Wir merken den Unterschied zum Downwindsegeln in die Karibik deutlich, mit halbem Wind zu selgeln ist viel angstrengender. Die Nacht war dann richtig unheimlich, der Wind nahm auf bis zu 29 Knoten zu und die Wellen, die inzwischen ca drei Meter hoch waren kamen angepeitscht und ergossen sich ueber unsere Lady, die dann natuerlich wie wild in den Wellen huepfte. Wir mussten sogar die Tuere zum Niedergang schliessen. Wir wurden alle halbe Stunde von einer unfreiwilligen Dusche ueberrascht, alles war kalt und feucht. Total anstrengend, so hatten wir uns das nicht vorgestellt! Viel Schlaf haben wir die letzten zwei Tage nicht abbekommen. Neptun muss sich die naechsten Tage noch etwas zuegeln, wenn der nochmal was zum trinken will.

Inzwischen ist es ein wenig ruhiger geworden, wir sind aber immer noch zuegig unterwegs.
Das ist uebrigens das positive bisher, wir rauschen zuegig gen Bermuda und haben schon ueber 300 sm hinter uns. Bis Bermuda sind es jetzt noch ca. 530 sm.

Wir verlassen die Karibik

Dieser Beitrag wurde von Cornelia Amann am veröffentlicht.

Seit einer Woche sind wir jetzt in der Nanny Cay Marina und bereiten uns auf unsere zweite Atlantikueberquerung vor. Wir werden wieder wie bei unserer ersten Atlantikueberquerung mit der ARC segeln. Wir fuehlen uns einfach wohl bei dieser Organisation und man lernt viele nette Leute kennen, welche die selben Interessen haben. Unsere Lady ist startklar und wir auch. Klaus Dieter ist am Sonntag eingeflogen und am Montag hat die ARC Europe ihr Buero eroeffnet.
Unseren Wassermacher haben wir nicht mehr zum laufen gebracht, Schade! Aber wir hoffen, dass wir auch ohne klarkommen. Das Einzige was uns total frustriert ist unsere Wettervorhersage. Wir sind bisher mit der „Wetterwelt“ immer sehr zufrieden gewesen, aber diesesmal klappt es ueberhaupt nicht, sehr frustrierend, wir bekommen keine Wetterinformationen von der Wetterwelt.
Aber wie meistens haben wir eine backup-Version. Wir bekommen das Wetter ueber die ARC.
Laut Wettervorhersage sollen die ersten zwei Tage etwas ruppig werden, dann solls aber ruhiger werden. Ich hab schon mal vorgekocht.

Morgen um elf starten wir zum ersten Step auf die Bermudas.
Drueckt uns die Daumen dass Neptun uns keine zu heftigen Winde bringt.

Die Schattenseiten vom Paradies

Dieser Beitrag wurde von Cornelia Amann am veröffentlicht.

Heute war ein total frustrierender Tag. Der Tag hat uns die BVI`s von der negativen Seite gezeigt. Da wir uns ueber einen Monat in den BVI`s aufhalten, mussten wir unsere Aufenthaltsgenehmigung verlaengern. Wir haben vom Zoellner bei der Einreise eine Adresse bekommen bei der wir uns 2 bis 3 Tage vor Ablauf der Aufenthaltsgenehmigung melden sollen. Also sind wir gleich heute frueh um zehn mit dem Taxi nach Road Harbour gefahren. Das Taxi hat uns freundlicher Weise direkt vor der Immigration aussteigen lassen. Klappt ja prima dachten wir. Wir betraten das Office und ca 50 Leute warteten vor den Schaltern. Ok das kann dauern! Als wir dann nach einer Stunde endlich an der Reihe waren, erklaerte uns die Dame wir muessten einen Stock nach oben. Ok, dann gehen wir halt nach oben. Dort waren wir dann auch richtig und durften wieder anstehen, wir mussten ein Formular ausfuellen und dann wiederum ein Stunde auf einen Termin mit dem Offizier warten. Die Dame erklaerte uns dann wir braeuchten zuerst noch eine „temporaere Einfuhrbescheinigung“ fuer unser Schiff. Dieses Formular stellt uns der Zoll aus. Der Zoll ist aber auf der anderen Seite der Stadt. Sie hat unsere Paesse einbehalten und uns erklaert, wir muessen um halb vier wieder da sein, weil sie dann Feierabend hat. Also sind wir im Dauerlauf zum Zoll gespurtet. Die Unfreundlichkeit des Personals beim Zoll ist nicht zu uebertreffen. Wir bekamen dann wieder ein zweiseitiges Formular zum Ausfuellen ausgehaendigt, in dreifacher Ausfertigung bitte, ein Kopierer stand in der Ecke, aber vermutlich nur zur Deko . Wir wollten Zeit sparen und baten um einen zweiten Kugelschreiber, damit wir uns zu zweit an die Arbeit machen konnten, das war jedoch nicht erlaubt, also musste der arme Paul die Formulare alleine ausfuellen. Vermutlich war der Custumer nur zu faul einen Kuli zu suchen, er hat sich dann doch bequemt und uns endlich einen Stempel verabreicht, freundlicher Weise wollte er fuer seine Dienste mal kurz 200 USD. Kreditkarte war fuer ihn ein Fremdwort nur bares ist wahres. Natuerlich hat man immer 200 Dollar in der Tasche.
Ich konnte es richtig spueren wie Paul innerlich kochte! Wir waren kurz davor am 29. 4. Klaus Dieter am Flughafen einzusammeln und gleich Richtung Bermudas zu segeln. Als wir dann endlich wieder bei der Immigration waren ging es relativ schnell, die teure Einfuhrbescheinigung wollte niemand mehr sehen. Gastfreudschaft oder Tourismusfoerderung sieht anders aus, und das ein Jahr nach den Hurrikans.

Die Infrastruktur ist bei weitem noch nicht die selbe wie vor dem Hurrikan. Z. B. funktioniert in der gesamten Marina kein Geldautomat und die Laeden und Restaurants sind nur provisorisch geoeffnet. Die Preise in der Marina sind aber die Selben wie vor dem Hurrikan. Man muss aber zum Geld holen in die Hauptstadt fahren was mal kurz 40 US Dollar fuers Taxi kostet. Die Schaeden der Hurrikans sind noch ueberall sichtbar. Die Bevoelkerung hier kann einem schon leid tun. Man muss die Buchten und vor allem die Marinas schon bewusst aussuchen um nicht irgendwo zwischen versunkenen Schiffen oder Muell zu landen. Trotzdem haben wir uns bewusst dafuer entschieden hier her zu segeln, da es ja jetzt um so wichtiger ist, dass Touristen ins Land kommen, denn nur so koennen sich die Inseln wieder von den Schaeden erholen.

Schade, denn die Inseln sind eigentlich wunderschoen hier und die Menschen sehr freundlich! Bis auf die Zoellner Haha

So ausgeschimpft, wir sind die letzten zwei Wochen nicht mehr viel gesegelt, das koennen wir noch genug auf dem Weg zu den Azoren. Nachdem unser Wassermacher den Geist aufgegeben hat, hatten wir ein bisher nicht da gewesenes Problem, wir muessen Wasser tanken und auch das ist hier nicht so einfach. Von einer deutschen Crew haben wir dann erfahren dass die Leverick Bay auf Virgin Gorda ganz schoen sein soll und dort soll man auch Wasser bekommen. So war es auch, die kleine Marina ist schon wieder neu aufgebaut und es gibt dort auch einen netten Supermrkt. Wir haben das Marinaleben genossen, haben nette Leute kennen gelernt, sind auch mal essen gegangen und haben Wasser getankt.

Dann ging es nochmal in unsere Lieblingsbucht auf Cooper Island. Dort konnte ich nochmal ausgiebig schnorcheln und wir haben das Unterwasserschiff vom Bewuchs befreit.
Am Dienstag haben wir dann zusammen mit der Crew von der Talitha Abschied gefeiert. Hat super gepasst, wir hatten Hochzeitstag und Andrea Geburtstag. Wir haben uns doch glatt ein Tomahawksteak gegeoennt. Seit gestern sind wir in der Nanny Cay Marina, am Montag ist Eroeffnung der ARC Europe. Wir freuen uns auf die Azoren und vor allem darauf wieder in Europa zu sein.

Chillen in den BVI`s

Dieser Beitrag wurde von Cornelia Amann am veröffentlicht.

Die British Virgin Island sind genau das was wir unter Karibik verstehen. Viele kleine Inseln, geschuetzte Buchten mit weissem Puderzuckerstrand und nur kleine Segelstrecken mit hoechstens mal 10 sm. Genau das Richtige vor unserer zweiten Atlantikueberquerung. Wir klappern eine Insel nach der anderen ab, jede Insel ist anders. Auf der ehemaligen Pirateninsel Norman Island gehen wir wandern,

dann tingeln wir weiter nach Trellis Bay auf Beef Island. Dort wollen wir zur Fullmoonparty,diese Party findet immer bei Vollmond statt. Am Strand und im Wasser hat der Kuenstler Aragorn Eisenskulpturen aufgestellt, die dann am Abend mit Brennholz befuehlt werden,welsches dann angezuendet wird. Es entwickelt sich eine magische Stimmung. Wir bestellen uns ein paar Biere, die uns in einem Eimer gefuellt mit Eis serviert werden, die Party wird feucht froehlich.

Am naechsten Morgen geht es weiter nach Cooper Island, dort geniessen wir das glasklare Wasser und gehen schnorcheln.

Ueberhaupt kann man hier ueberall super gut schnorcheln. Unser Freediver ist bei Rainer im Dauereinsatz und mir macht das Schnorcheln auch jeden Tag mehr Spass. Der Freediver ist ein kleiner Kompressor mit einem ca. 10 m langem Atemschlauch. Mit ihm ist es moeglich frei zu tauchen bis zu einer Wassertiefe von ungefaehr 6 -7 Metern. Rainer ist nicht mehr zu bremsen er ist mehr unter wie ueber Wasser. Das Highlight ist das Schnorcheln am Wrack der R.M.S. Rhone, die am 29. Oktober 1867 vor Salt Island gesunken ist und in ca. 6 bis 8 Meter in der Tiefe liegt. Auf der naechten Insel, Jost van Dyke, geniessen wir in der beruehmten Soggy Dollar Bay den „Painkiller“ (einen Cocktail der angeblich dort erfunden wurde)

und machen auf Little Jost van Dyke, dank Rainer, am Abend ein Lagerfeuer.


Auf Virgin Gorda wartet nochmal ein Highlight auf uns, „The Bath“ Das ist ein Nationalpark mit einem Hikingpfad, der zwischen gigantischen Steinformationen zu dem natuerlichen Pool „Devils Bay“ fuehrt. Klettert man dort auf einen der riesigen Steine, hat man einen schoenen Ausblick auf die umliegenden Inseln. Das Witzige an der Wanderung ist, dass man dort nicht mit dem Dinghi an Land darf, sondern an Land schwimmen muss.

Allerdings haben auch die BVI s ihre Schattenseiten, auch hier hat sich „Irma“ ausgetobt.
In Trellis Bay liegen viele Schiffe am Strand, die meisten Marinas sind immer noch nur eingeschraenkt nutzbar. Direkt vor Aragorn`s Studio liegt ein gestrandetes Schiff, er hat es bereits bemalt. Wir entdecken einen Zettel am Schiff, auf dem der Eigner gesucht wird. Bevor sich der Eigner nicht meldet darf das Schiff nicht weggeraeumt werden. Jetzt wird uns auch klar weshalb noch so viele gestrandeten Schiffe nicht weggeraeumt werden.
Auf Jost van Dyke fragen wir einen netten Naturparkoffizier wie er den Hurrikan erlebt hat? Er erzaehlt uns, dass er sich im Badezimmer seines Hauses verkrochen hat, da es dort keine Fenster gibt. Er ist vor die Tuer gesessen, weil er Angst hatte, die Tuer wird eingerissen. Das Haus steht auf einer Anhoehe von ca. 70 Meter und trotzdem stand das Wasser 20 cm im Haus. Der Sturm kam morgens um zehn und dauerte bis mittags um vier. Die Leute sind erst am naechsten Morgen aus ihren Haeusern gekommen und haben das fuerchterliche Ausmass der Verwuestung gesehen. Er hat sich bei uns bedankt, dass wir trotz der Verwuestungen gekommen sind, nicht nur wegen dem Geld, sondern auch als moralische Unterstuetzung,weil es den Menschen hier Mut macht wieder alles aufzubauen, da der Tourismus meist die einzige Einkunftsquelle ist. Man wird hier nicht mit „Hallo“ begruesst, sondern mit „Thank you for visiting our Island“.Da kriegt man richtig Gaensehaut. Wir freuen uns, dass wir die Leute durch unsere Anwesenheit ein bisschen unterstuetzen koennen.

Es sind inzwischen schon wieder einige Charterschiffe in diesem Revier unterwegs, die Touristen kommen also so langsam wieder. Die Versorgung hier ist allerdings noch sehr problematisch. Wir sind froh dass wir einen Wassermacher an Bord haben und Strom mit unseren Solarzellen und dem Windgenerator produzieren koennen. Die meisten Marina`s haben noch kein Strom und Wasser und auch wenig Liegeplatze, weil die zerstoerten Boote immer noch an den Stegen liegen. Aber das ist fuer uns kein Problem.

Morgen segeln wir in Trellis Bay um Rainer und Manuela zum Flughafen zu bringen. Wir hatten schoene drei Wochen miteinander.

Dann werden wir noch ein paar Tage die Buchten geniesen bevor unser naechster Gast Klaus Dieter kommt um die erste Etappe unserer zweiten Atlantikueberquerung mitzusegeln. Es ist unwahrscheinlich wie schnell die Wochen vergehen.

zum Sc

Ueberraschung in St. Maarten

Dieser Beitrag wurde von Cornelia Amann am veröffentlicht.

Unsere Lady ist wieder blitzeblank, die Vorraete fuer die zweite Atlantikueberquerung sind eingekauft, die Aufregung ueber die Ankunft unseres naechsten Besuches steigt maechtig. Es gibt naemlich ein Highlight auf das wir uns schon seit einem halben Jahr freuen. Pauls Cousin Rainer will seiner Manuela einen Heiratsantrag machen und sie am naechsten Tag dann auch gleich heiraten. ……Manuela weiss nichts davon.
Am Freitag trudeln sie mit zwei riesigen Koffern bei uns ein. Sie bringen Vorraete aus der Heimat. Wurst, Speck…….. und das Beste noch ein Brot von Oma Adelheid. Manuela hat dafuer gesorgt, dass Rainer einige Folgen Bergdoktor auf eine Festplatte geladen hat, somit steht einem gemuetlich Abend in einer Bucht nichts im Wege.

Am Sonntag ist dann der grosse Tag, Rainer will seiner Manu den Antrag machen. Ich entfuehre Manuela unter dem Vorwand etwas zu chillen an den Strand. Die beiden Jungs koennen nicht mit, da sie angeblich die Ankerwinsch reparieren muessen. Wir haben es uns gerade auf einem Liegestuhl gemuetlich gemacht, da naehern sich zwei Maenner mit dem Dinghi. Was ist denn das? Die wollten doch die Ankerwinsch reparieren? Und was ist das fuer ein Schild?

„Willst Du mich morgen heiraten“ steht da auf dem Schild. Manuela steht da und schaut etwas verdutzt, was ist jetzt los ….meint der mich, um Gottes Willen nein oder ja oder was? Aber dann ein riesiger Satz und Manuela ruft laut und deutlich „Jaaaaa“, und dann flossen die Traenen, puuh geschafft, jetzt steht dem grossen Event nichts mehr im Wege.

Jetzt folgt fuer Manuela eine Ueberraschung nach der Anderen. Zurueck auf der Lady bekommt sie einen Koffer ueberreicht. Sie hat keine Ahnung was sich darin befindet. Das Brautkleid mit saemtichem Zubehoer was zu einer Braut gehoert. Da Manuela ja von ihrer Heirat nichts wusste, musste Rainer dies alles, mit ein paar sehr eng Vertrauten, im Voraus arangieren, sie haette ja keine Chance gehabt innerhalb eines Tages ein Brautkleid samt Zubehoer zu kaufen. Als sie das Kleid sieht kann sie ihre Traenen nicht mehr zurueckhalten!……(ich auch nicht!) Eben eine Traumhochzeit.

Am Montag ist dann der grosse Tag. Wir haben dem Brautpaar in einem schoenen Hotel direkt am Strand ein Zimmer gebucht. Ich geh mit Manuela dann am Vormittag ins Hotel und wir machen uns huebsch. Wir sind zufrieden, die Braut sieht umwerfend aus (Danke Peti, fuer Deine Unterstuetzung). Die beiden Maenner bleiben auf dem Schiff und muessen sich dort etwas aufhuebschen. Die Jungs und wir werden getrennt von einander mit je einem Taxi an den Strand, die Mullet Bay, chauffiert. Die beiden Maenner zuerst und wir zwei eine halbe Stunde spaeter. Als Manuela und ich am Strand ankommen warten die Maenner bereits und ich darf Manuela an Ihren Rainer, der in einem Herz aus Rosen am Strand steht, uebergeben. Ich bekomme jetzt noch einen Klos in den Hals, wenn ich daran denke. Es ist eine sehr sehr emotionale Zeremonie, ich hab quasi durchgeheult.

Die beiden sehen uebergluecklich aus, es war ein wundervoller Tag.
Die Aufregungen der Vorbereitungen haben sich gelohnt!!!Es war gar nicht so einfach alles von zu Hause aus zu organisieren, ohne dass Manuela was mitbekommt. Die Hochzeit ist vorueber, jetzt beginnt der eigentliche Urlaub der Beiden.

Am Dienstag klarieren wir aus und segeln nach Anguilla. Man muss schon sagen, die Ein- und Ausklarierungsprozedur hier in der Karibik ist schon nervig, mit Ausnahme der franzoesischen Inseln.
Für Mittwoch haben wir uns noch eine Genehmigung fuer den Marinepark gegoennt. Wir nehmen uns eine Boje vor der Little Bay. Um uns herum eine Traumlandschaft. Hohe Felsen und am Ende eine kleine Bucht mit Sandstrand. Und endlich koennen wir auch mal schnorcheln, so stellt man sich die Karibik vor. Ich glaube bisher sind Rainer und Manuela mit ihrer Hochzeitsreise ganz zufrieden.

Am Abend starten wir dann zur Nachtfahrt auf die BVI`s ca. 95 sm. Vor der Abfahrt uebergeben Rainer und Manuela noch feierlich ihren Brautstrauss Neptun damit dieser uns fuer die Ueberfahrt gute Winde beschert.
Um 17 Uhr heisst es „Leinen los“.Bei 15 Knoten Wind segeln wir unter Gross und Genua los. Prima!!!
Bevor die Nacht kommt, ersetzten wir die Genua durch die Fock, der Wind soll laut Vorhersage zu nehmen. Und so kam es auch. Nicht nur der Wind nahm zu, auch die Welle, im Laufe der Nacht hatten wir Wellen von drei Meter und der Wind blies mit ca. 20 Kto. Dies hatte seine Konsequenzen. Manuela tat das einzig Richtige, sie legte sich schlafen. Paul und Rainer probierten es mit einer Tablette gegen Seekrankheit. Ohne Wirkung! Paul legte sich hin und Rainer verharrte draussen. Endlich war ich mal wieder Skipper!!!

Irgendwann in der Nacht war es dann fuer Rainer doch zuviel, er uebergab sein Mittagsmal feierlich Neptun.
Morgens um acht lagen wir dann in Road Town auf den BVI´s an der Boje. Eigentlich war ich ja total muede, aber jetzt folgte wieder mal diese aetzende Einklarierungsprozedur. Nach geschlagenen zwei Stunden konnten wir uns dann nach Norman Island in eine wunderschoene Bucht verholen. Jetzt wird erst mal ausgeruht. So der Plan……

St. Maarten

Dieser Beitrag wurde von Cornelia Amann am veröffentlicht.

Wir verbringen zwei herrliche Tage in der Anse de Columbier, baden in glasklarem Wasser, sehen beim schnorcheln den Schildkroeten beim fressen zu und machen kleine Wanderungen in der Umgebung. Wir sehen Landschildkroeten und Krebse, die sich in Schneckenhaeuser verkrochen haben, wie sie auf den Berg gekommen ist uns ein Raetsel. Krebse, dachten wir, gibts normal nur im Wasser . Auch diese Insel wurde von Hurrican Irma verwuestet, aber das Meiste ist schon wieder aufgebaut und die Natur erholt sich so langsam, auch die Palmen treiben schon wieder neue Blaetter aus. Viel los ist hier nicht, wir haben Muehe eine Bar zu finden, in der es etwas zu trinken gibt, einen Supermarkt suchen wir vergeblich. Aber wir sind auf unserer Lady gut versorgt.

Am Montag klarieren wir aus und segeln weiter nach St. Maarten.
….St. Maarten ist ein Schock fuer uns. Wir fahren durch die Bruecke in die Simpson Bay. Wir funken vergeblich eine Marina an, bekommen aber keine Antwort. Uns empfaengt ein Bild der Verwuestung. In der Bucht liegen halb versunkene Schiffe, zerbrochene Stege, Chaos pur, sieht schrecklich aus!

Wir suchen einen Ankerplatz, auf einmal geht der Tiefenmesser rasant Richtung NULL und das mitten im Ankerfeld, was ist denn das? Die Aufregung steigt, 20 cm, 10 cm, 0, das wars, wir sitzen auf, Paul faehrt mit Vollgas rueckwaerts und wir kommen wieder frei. Gott sei Dank nur Sand und Schlick, kein Fels. Ok die Unterseite des Kiels waere jetzt auch wieder von Muscheln und Dreck befreit und waere somit sauber?? Aber wo sollen wir jetzt hin? Zurueck koennen wir nicht, die Bruecke ist geschlossen. Wir sind uebergluecklich als uns ein Marinero aus einer Marina entgegenkommt und uns ein Platz an einer Tankstelle anbietet. Puhh das war aufregend!!!!
Kurze Zeit spaeter kommt uns dann auch schon Andy von der LUNA mit dem Dinghi entgegen und entfuehrt uns in den Jachtclub zum Hamburgeressen. Die Welt sieht jetzt schon wieder besser aus.
Aber bleiben wollen wir hier nicht, die Hurrikas im Jahr 2017 haben hier wirklich alles zerstoert und es wird noch ein, zwei Jahre dauern bis es hier wieder aussieht wir frueher. Fuer die Menschen hier muss es furchtbar sein, obwohl hier alle froehlich und voellig entspannt wirken.
Am naechsten Morgen verholen wir uns in Bobby`s Marina nach Philipsburg, hier gefaellt es uns besser, obwohl die Einfahrt auch ganz schoen happig war, wieder hat unser Tiefenmesser gemeckert ohne Ende. Wir buchen uns hier fuer zwei Wochen in der Marina ein!
Am Mittwoch mieten wir ein Auto und erkunden die Insel. Uns empfaengt wieder ein Bild des Schreckens. Es gibt kaum ein Haus welches nicht zertoert ist oder zumindest beschaedigt ist. Wir erfahren, dass 75 % der Hotels zerstoert sind und bis heute den Betrieb nicht oder nur bedingt wieder aufgenommen haben. Das bedeutet keine Touristen und folglich keine Einnahmen, nur die Kreuzfahrtschiffe bringen Tagestouristen auf die Insel. Die Bar`s und Einkaufsgeschaefte oeffnen so langsam wieder, aber nur bis Spaetnachmittag, dann sind die Kreuzfahrttouristen wieder auf ihren Schiffen und der Strand ist wie ausgestorben.

Auf der franzoesischen Seite, haben wir das Gefuehl, sieht es noch schlimmer aus. Nur mit viel Fantasie kann man sich vorstellen wie schoen es hier einmal ausgesehen hat.
Wir fahren weiter zur Orient Bay. Es soll der schoenste Strand der Insel sein, mit kleinen Ferienhaeusern, Strandbars usw., aber auch hier ist alles verwuestet kein einziges Haus steht mehr. Der Strand selber ist ein Traum. Eine kleine Bar hat wieder geoeffnet. Der Betreiber hat einen alten Schiffscontainer so umfuntkionert, dass er von dort aus sein kleines Lokal betreiben kann. Am Strand verkauft ein Kuenstler Pajeros an die wenigen Touristen, die sich hierher verirren. Wir kommen mit ihm ins Gespraech und er erzaehlt uns, dass eine 12 Meter hohe Welle die vorgelagerte Insel und die ganze Stadt ueberspuelt hat. Ein Bild der Verwuestung bleibt uebrig. Er erzaehlt, dass an dem Strand vor eineinhalb Jahren mit Hilfe der EU Bars und kleine Boutiquen errichtet wurden um den Strand attraktiv zu gestalten. Er selbst habe auch alles verloren.
Die Menschen hier hoffen auf Gelder aus Frankreich bzw. Holland, damit sie ihre Haeuser wieder aufbauen koennen, aber das kann dauern …..wir kaufen auch zwei Pajeros bei ihm.

Es ist schon ein komisches Gefuehl, wenn man Richtung Meer schaut, sieht man dieses glasklare tuerkisblaue Wasser und den weissen Puderzuckerstrand und wenn sich umdreht sieht man die Verwuestung die der Hurrikan angerichtet hat.
Wir hoffen, dass die Inselen sich bald wieder erholen und, dass sie von solchen Naturkatasrophen verschohnt bleiben.

Heute morgen haben wir uns traurig von Marga und Walde verabschiedet, wir sind jetzt wieder fuer eine Woche alleine, dann kommt der naechste Besuch aus der Heimat, solange bleiben wir in Philipsburg.

von Antigua nach St. Barthelemy

Dieser Beitrag wurde von Cornelia Amann am veröffentlicht.

Das Schiff ist geputzt, die Stimmung steigt!
Wir freuen uns auf unseren Besuch.

Aber jetzt wird es erst mal Zeit, dass wir ein wenig buchteln. Wir segeln ganze 6 sm weiter in die Deep Bay.


Ankern in tuerkisblauem Wasser, strecken die Fuesse in die Sonne, und am Abend geniesen wir frisch gebackenes Brot und heimische Wurst, dazu ein kaltes Bier, und dann noch den Bergdoktor angucken. Das ist unser Tagesablauf fuer die naechsten zwei Tage. Wir sind endlich entschleunigt!

Zurueck in Jolly Harbour nehmen wir dann unsere neue Crew Marga und Waldemar in Empfang.Wir wollen den beiden erst einmal Antigua zeigen. Wir fahren mit dem Bus nach St. John`s und English Harbour und wandern entlang den Klippen nach Shirley Heigh. Bei der momentanen Wetterlage bleiben wir eh besser im Hafen. Ein grosses Tiefdruckgebiet kommt relativ weit nach Sueden und bringt uns Westwinde. Es rollen riesige Wellen in die Buchten, die die Meisten nach Westen offen sind. Man sieht an allen Straenden die rote Flagge, das heisst Badeverbot.

 

Am Donnerstag wird es aber Zeit dass wir endlich weitersegeln. Wir wollen nach Barbuda, wenn da nur die komplizierte Ausklarierungsprozedur in Antigua nicht waere. Vom Custom, zum Hafenmeister, dann wieder zum Costum, dann zur Immigration, dann wieder zum Costum….. nach eineinhalb Stunden waren wir dann endlich fertig.
Nach einem herrlichen Segeltag erreichen wir den Palmetto Point auf Barbuda und werden von riesigen Wellen empfangen. Den 11 Meilen Strand koennen wir uns abschminken. Schade! Wir muessen uns einen anderen Ankerplatz suchen. Wir segeln Richtung Süden und ankern vor dem Martello Tower, und machen uns auf eine sehr unruhige Nacht gefasst. Unsere Lady huepft in der Welle wie ein wild gewordenes Pferd, na toll! Wir haben keine Lust mehr zum baden.
Barbuda ist eine sehr flache Insel und hat mit die schoensten Straende der Karibik. Leider wurde die Insel im September letzten Jahres von dem schrecklichen Hurrican Irma total verwuestet. Saemtliche Haeuser und Hotels sind total zerstoert, Die Vegetation ist nicht mehr gruen, alles ist braun, ein schreckliches Bild. Am Abend sehen wir, dass in ein paar Haeusern doch wieder Licht brennt, aber wirklich nur vereinzelt. Es gibt also wieder Leute die auf die Insel zurueckgekehrt sind. Aber man muss schon ein grosser Individualist sein, um hier leben zu koennen.

Am naechsten Morgen um sechs geht es weiter nach St. Barthelemy, wir haben ueber 60 sm vor uns. Die Insel wirkt von der Ferne eher ein bisschen griechisch, sie ist sehr felsig und die bunten Villen sind in die Berge gebaut. In glasklarem Wasser fahren wir Richtung Gustavia. Das Ankerfeld ist voll und die Bojen im Hafen sind auch alle belegt. Hier liegen die Schoenen und die Reichen, da gibt es keinen Platz für kleine Boote, wir sehen sogar die bekannte Seacloud. Es gibt eine Warteliste fuer die Bojen im Hafen, wir sind an fuenfter Stelle. Also machen wir einfach an einer Boje draussen im Ankerfeld fest und klarieren ein. Am naechten Morgen verziehen wir uns in die Bucht Anse Columbier. Hier liegen wir in einem Naturschutzgebiet in glasklarem Wasser mit einem super Sandstrand. Hier kann man es aushalten.