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Die Schattenseiten vom Paradies

Dieser Beitrag wurde von Cornelia Amann am veröffentlicht.

Heute war ein total frustrierender Tag. Der Tag hat uns die BVI`s von der negativen Seite gezeigt. Da wir uns ueber einen Monat in den BVI`s aufhalten, mussten wir unsere Aufenthaltsgenehmigung verlaengern. Wir haben vom Zoellner bei der Einreise eine Adresse bekommen bei der wir uns 2 bis 3 Tage vor Ablauf der Aufenthaltsgenehmigung melden sollen. Also sind wir gleich heute frueh um zehn mit dem Taxi nach Road Harbour gefahren. Das Taxi hat uns freundlicher Weise direkt vor der Immigration aussteigen lassen. Klappt ja prima dachten wir. Wir betraten das Office und ca 50 Leute warteten vor den Schaltern. Ok das kann dauern! Als wir dann nach einer Stunde endlich an der Reihe waren, erklaerte uns die Dame wir muessten einen Stock nach oben. Ok, dann gehen wir halt nach oben. Dort waren wir dann auch richtig und durften wieder anstehen, wir mussten ein Formular ausfuellen und dann wiederum ein Stunde auf einen Termin mit dem Offizier warten. Die Dame erklaerte uns dann wir braeuchten zuerst noch eine „temporaere Einfuhrbescheinigung“ fuer unser Schiff. Dieses Formular stellt uns der Zoll aus. Der Zoll ist aber auf der anderen Seite der Stadt. Sie hat unsere Paesse einbehalten und uns erklaert, wir muessen um halb vier wieder da sein, weil sie dann Feierabend hat. Also sind wir im Dauerlauf zum Zoll gespurtet. Die Unfreundlichkeit des Personals beim Zoll ist nicht zu uebertreffen. Wir bekamen dann wieder ein zweiseitiges Formular zum Ausfuellen ausgehaendigt, in dreifacher Ausfertigung bitte, ein Kopierer stand in der Ecke, aber vermutlich nur zur Deko . Wir wollten Zeit sparen und baten um einen zweiten Kugelschreiber, damit wir uns zu zweit an die Arbeit machen konnten, das war jedoch nicht erlaubt, also musste der arme Paul die Formulare alleine ausfuellen. Vermutlich war der Custumer nur zu faul einen Kuli zu suchen, er hat sich dann doch bequemt und uns endlich einen Stempel verabreicht, freundlicher Weise wollte er fuer seine Dienste mal kurz 200 USD. Kreditkarte war fuer ihn ein Fremdwort nur bares ist wahres. Natuerlich hat man immer 200 Dollar in der Tasche.
Ich konnte es richtig spueren wie Paul innerlich kochte! Wir waren kurz davor am 29. 4. Klaus Dieter am Flughafen einzusammeln und gleich Richtung Bermudas zu segeln. Als wir dann endlich wieder bei der Immigration waren ging es relativ schnell, die teure Einfuhrbescheinigung wollte niemand mehr sehen. Gastfreudschaft oder Tourismusfoerderung sieht anders aus, und das ein Jahr nach den Hurrikans.

Die Infrastruktur ist bei weitem noch nicht die selbe wie vor dem Hurrikan. Z. B. funktioniert in der gesamten Marina kein Geldautomat und die Laeden und Restaurants sind nur provisorisch geoeffnet. Die Preise in der Marina sind aber die Selben wie vor dem Hurrikan. Man muss aber zum Geld holen in die Hauptstadt fahren was mal kurz 40 US Dollar fuers Taxi kostet. Die Schaeden der Hurrikans sind noch ueberall sichtbar. Die Bevoelkerung hier kann einem schon leid tun. Man muss die Buchten und vor allem die Marinas schon bewusst aussuchen um nicht irgendwo zwischen versunkenen Schiffen oder Muell zu landen. Trotzdem haben wir uns bewusst dafuer entschieden hier her zu segeln, da es ja jetzt um so wichtiger ist, dass Touristen ins Land kommen, denn nur so koennen sich die Inseln wieder von den Schaeden erholen.

Schade, denn die Inseln sind eigentlich wunderschoen hier und die Menschen sehr freundlich! Bis auf die Zoellner Haha

So ausgeschimpft, wir sind die letzten zwei Wochen nicht mehr viel gesegelt, das koennen wir noch genug auf dem Weg zu den Azoren. Nachdem unser Wassermacher den Geist aufgegeben hat, hatten wir ein bisher nicht da gewesenes Problem, wir muessen Wasser tanken und auch das ist hier nicht so einfach. Von einer deutschen Crew haben wir dann erfahren dass die Leverick Bay auf Virgin Gorda ganz schoen sein soll und dort soll man auch Wasser bekommen. So war es auch, die kleine Marina ist schon wieder neu aufgebaut und es gibt dort auch einen netten Supermrkt. Wir haben das Marinaleben genossen, haben nette Leute kennen gelernt, sind auch mal essen gegangen und haben Wasser getankt.

Dann ging es nochmal in unsere Lieblingsbucht auf Cooper Island. Dort konnte ich nochmal ausgiebig schnorcheln und wir haben das Unterwasserschiff vom Bewuchs befreit.
Am Dienstag haben wir dann zusammen mit der Crew von der Talitha Abschied gefeiert. Hat super gepasst, wir hatten Hochzeitstag und Andrea Geburtstag. Wir haben uns doch glatt ein Tomahawksteak gegeoennt. Seit gestern sind wir in der Nanny Cay Marina, am Montag ist Eroeffnung der ARC Europe. Wir freuen uns auf die Azoren und vor allem darauf wieder in Europa zu sein.

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