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St. Maarten

Dieser Beitrag wurde von Cornelia Amann am veröffentlicht.

Wir verbringen zwei herrliche Tage in der Anse de Columbier, baden in glasklarem Wasser, sehen beim schnorcheln den Schildkroeten beim fressen zu und machen kleine Wanderungen in der Umgebung. Wir sehen Landschildkroeten und Krebse, die sich in Schneckenhaeuser verkrochen haben, wie sie auf den Berg gekommen ist uns ein Raetsel. Krebse, dachten wir, gibts normal nur im Wasser . Auch diese Insel wurde von Hurrican Irma verwuestet, aber das Meiste ist schon wieder aufgebaut und die Natur erholt sich so langsam, auch die Palmen treiben schon wieder neue Blaetter aus. Viel los ist hier nicht, wir haben Muehe eine Bar zu finden, in der es etwas zu trinken gibt, einen Supermarkt suchen wir vergeblich. Aber wir sind auf unserer Lady gut versorgt.

Am Montag klarieren wir aus und segeln weiter nach St. Maarten.
….St. Maarten ist ein Schock fuer uns. Wir fahren durch die Bruecke in die Simpson Bay. Wir funken vergeblich eine Marina an, bekommen aber keine Antwort. Uns empfaengt ein Bild der Verwuestung. In der Bucht liegen halb versunkene Schiffe, zerbrochene Stege, Chaos pur, sieht schrecklich aus!

Wir suchen einen Ankerplatz, auf einmal geht der Tiefenmesser rasant Richtung NULL und das mitten im Ankerfeld, was ist denn das? Die Aufregung steigt, 20 cm, 10 cm, 0, das wars, wir sitzen auf, Paul faehrt mit Vollgas rueckwaerts und wir kommen wieder frei. Gott sei Dank nur Sand und Schlick, kein Fels. Ok die Unterseite des Kiels waere jetzt auch wieder von Muscheln und Dreck befreit und waere somit sauber?? Aber wo sollen wir jetzt hin? Zurueck koennen wir nicht, die Bruecke ist geschlossen. Wir sind uebergluecklich als uns ein Marinero aus einer Marina entgegenkommt und uns ein Platz an einer Tankstelle anbietet. Puhh das war aufregend!!!!
Kurze Zeit spaeter kommt uns dann auch schon Andy von der LUNA mit dem Dinghi entgegen und entfuehrt uns in den Jachtclub zum Hamburgeressen. Die Welt sieht jetzt schon wieder besser aus.
Aber bleiben wollen wir hier nicht, die Hurrikas im Jahr 2017 haben hier wirklich alles zerstoert und es wird noch ein, zwei Jahre dauern bis es hier wieder aussieht wir frueher. Fuer die Menschen hier muss es furchtbar sein, obwohl hier alle froehlich und voellig entspannt wirken.
Am naechsten Morgen verholen wir uns in Bobby`s Marina nach Philipsburg, hier gefaellt es uns besser, obwohl die Einfahrt auch ganz schoen happig war, wieder hat unser Tiefenmesser gemeckert ohne Ende. Wir buchen uns hier fuer zwei Wochen in der Marina ein!
Am Mittwoch mieten wir ein Auto und erkunden die Insel. Uns empfaengt wieder ein Bild des Schreckens. Es gibt kaum ein Haus welches nicht zertoert ist oder zumindest beschaedigt ist. Wir erfahren, dass 75 % der Hotels zerstoert sind und bis heute den Betrieb nicht oder nur bedingt wieder aufgenommen haben. Das bedeutet keine Touristen und folglich keine Einnahmen, nur die Kreuzfahrtschiffe bringen Tagestouristen auf die Insel. Die Bar`s und Einkaufsgeschaefte oeffnen so langsam wieder, aber nur bis Spaetnachmittag, dann sind die Kreuzfahrttouristen wieder auf ihren Schiffen und der Strand ist wie ausgestorben.

Auf der franzoesischen Seite, haben wir das Gefuehl, sieht es noch schlimmer aus. Nur mit viel Fantasie kann man sich vorstellen wie schoen es hier einmal ausgesehen hat.
Wir fahren weiter zur Orient Bay. Es soll der schoenste Strand der Insel sein, mit kleinen Ferienhaeusern, Strandbars usw., aber auch hier ist alles verwuestet kein einziges Haus steht mehr. Der Strand selber ist ein Traum. Eine kleine Bar hat wieder geoeffnet. Der Betreiber hat einen alten Schiffscontainer so umfuntkionert, dass er von dort aus sein kleines Lokal betreiben kann. Am Strand verkauft ein Kuenstler Pajeros an die wenigen Touristen, die sich hierher verirren. Wir kommen mit ihm ins Gespraech und er erzaehlt uns, dass eine 12 Meter hohe Welle die vorgelagerte Insel und die ganze Stadt ueberspuelt hat. Ein Bild der Verwuestung bleibt uebrig. Er erzaehlt, dass an dem Strand vor eineinhalb Jahren mit Hilfe der EU Bars und kleine Boutiquen errichtet wurden um den Strand attraktiv zu gestalten. Er selbst habe auch alles verloren.
Die Menschen hier hoffen auf Gelder aus Frankreich bzw. Holland, damit sie ihre Haeuser wieder aufbauen koennen, aber das kann dauern …..wir kaufen auch zwei Pajeros bei ihm.

Es ist schon ein komisches Gefuehl, wenn man Richtung Meer schaut, sieht man dieses glasklare tuerkisblaue Wasser und den weissen Puderzuckerstrand und wenn sich umdreht sieht man die Verwuestung die der Hurrikan angerichtet hat.
Wir hoffen, dass die Inselen sich bald wieder erholen und, dass sie von solchen Naturkatasrophen verschohnt bleiben.

Heute morgen haben wir uns traurig von Marga und Walde verabschiedet, wir sind jetzt wieder fuer eine Woche alleine, dann kommt der naechste Besuch aus der Heimat, solange bleiben wir in Philipsburg.

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Ein Gedanke zu „St. Maarten

  1. Klaus-Dieter Ruske

    Das ganze Ausmaß der Verwüstung wurde ja bereits Ende letzten Jahres ausführlich in der Yacht beschrieben, aber es muss noch viel schlimmer sein, es dann live vor Ort zu sehen.
    Ich erinnere mich aus Kreuzfahrtzeiten an St. Maarten als eine wunderschöne Insel mit ausgeprägt europäischer Infrastruktur und auch als einen der schönsten und lebendigsten „Shoppingspots“der Karibik.
    Ich bin sehr gespannt, was Ihr zu Tortola zu berichten habt, bzw. was mich dort erwartet.
    Aber ungeachtet aller Misere freue ich mich darauf, Euch bald wiederzusehen.
    Klaus-Dieter

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